Weil eine nicht bestandene medizinische Vorprüfung sie daran hindern sollte Ärztin zu werden, fälschte eine Frau ihre Zeugnisse. Sie ist dabei kein Einzelfall.
Viereinhalb Jahre arbeitete eine 33-jährige Frau als Assistenzärztin am Universitätsklinikum Hamburg in der Kinder- und Jugendmedizin. Viereinhalb Jahre behandelte sie aidskranke Kinder, stellte Diagnosen, forschte nach neuen Behandlungsmethoden und erhielt gar einen Medizinerpreis. Sie war eine engagierte Ärztin, unter Kollegen hochgeschätzt und zeichnete sich durch Belastbarkeit und besondere Fähigkeiten im menschlichen Umgang aus.
Vorlesung für Medizinstudenten. (© Foto: ddp)
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Doch dann forderte plötzlich die Hamburger Ärztekammer das Original ihrer Zulassungsurkunde ein und sie flog auf: Die Frau war mit gefälschten Zeugnissen an die Assistenzstelle gekommen. Sie wurde umgehend vom Dienst suspendiert und ist nun wegen Urkundenfälschung, Körperverletzung und Betrug angeklagt. Ihr droht eine Freiheitsstrafe.
Wie sich herausstellte, hatte sie nach ihrem Grundstudium drei Mal die Vorprüfung, das Physikum, nicht bestanden und war damit - so schreibt es die Prüfungsordnung vor - nicht zum Weiterstudieren berechtigt. Sie tat es dennoch, getrieben von dem unbedingten Wunsch Ärztin zu werden. Um am Staatsexamen teilnehmen zu können, fälschte sie ihre Zeugnisse.
Medizinstudium zu schwer?
Der Fall hat eine Diskussion um das Medizinstudium in Deutschland ausgelöst. Versperrt die schwere Vorprüfung engagierten Studenten den Weg in den Arztberuf? Werden nur diejenigen begünstigt, die "auswendig" lernen können? Ist das Verfahren überhaupt genügend an der Praxis orientiert?
Das Physikum verlangt, 320 Fragen zu den Themengebieten Psychologie, Anatomie, Physik und Chemie im Multiple-Choice-Verfahren zu beantworten. Von den 10.000 Studenten, die jährlich an der Vorprüfung teilnehmen, fällt jeder Fünfte durch.
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das ist nicht nur auf das Medizinstudium bezogen, ich würde mir auch mehr Praxis im Studium wünschen... Es ist leider so, das bei reinen Leistungsabfragen meist die gut abschneiden, welche besser auswendig lernen können, oder in mündlichen Prüfungen, die die einfach besser reden können... Das Studium in Deutschland ist von der späteren Praxis Meilenweit entfernt, man muss im Beruf natürlich auch jede Menge wissen haben, doch man muss es auch umsetzten können, und genau das lernt man im Studium nicht...
Zur ärztin, es ist für mich schon ein unterschied ob ein ungelernter Friseur Oberarzt wird, oder ob jemand sich über Jahre die Feinheiten angeeignet hat aber nur aufgrund eines Blatt Papieres nun wegen Körperverletzung angeklagt werden soll.
Selbst erlebt. Unser Prof. hat uns bei der MC Prüfung gleich mal 20% abgezogen. Warum, die Reinemachefrau der FH hat den Test gemacht. Sie hatte 20% der Fragen richtig obwohl sie keine Kenntnis vom dem Fach hat.
So auch in der Medizinischen Prüfung. Wer gut gelernt hat ( auswendig) die Fragen beherscht die wichtig sind, hat mit ein großen Wahrscheinlichkeit die Prüfung bestanden. Frage kann er auch sein Fach bisdahin, aus Erfahrung nein, den bis dahin ist das Medizinstudium schulsich aufgebaut. Kommt dann noch der Präpkurs ( Leichen aufschneiden und Organe bestimmen ) und dann nochmals durchgefallen, dann ist es aus.
Spruch des Prof, ja wenn sie es bis zum Präpkurs nicht geschafft haben, dann muessen sie halt Ihren Doktor heiraten. Das zum Medizinstudium an der UNI ULM.
Anderst wie in anderen Ländern geht es nicht, den wir sind immer noch Schulisch aufgebaut und nicht Praxis orijentiert.