Brandt-Sohn über Brandt-Witwe "Ich empfinde sie als das Grauen"

Der jüngste Sohn von Willy Brandt greift die letzte Frau seines Vaters an. Brigitte Seebacher-Brandt hatte seine leibliche Mutter, die zweite Frau des ehemaligen Bundeskanzlers, bei dessen Beisetzung offiziell ausgeladen. Doch auch sich selbst macht Matthias Brandt bis heute Vorwürfe.

Der Schauspieler Matthias Brandt, 49, hat erstmals schwere Vorwürfe gegen die letzte Frau seines Vaters Willy Brandt - Brigitte Seebacher-Brandt - erhoben. Seebacher hatte Matthias Brandts Mutter Rut, die zweite Frau des ehemaligen Bundeskanzlers, im Jahr 1992 vom Staatsakt und der Beisetzung des Politikers offiziell ausgeladen.

Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung (Samstagausgabe) sagte Brandt, seine Mutter habe bis zu ihrem Tod im Jahr 2006 diese "spezielle seelische Brutalität" nie verwunden: "Meine Mutter auszuladen und sich mit Helmut Kohl hinter den Sarg von Willy Brandt zu stellen, dazu sind schlicht ungeheure Spezialtugenden erforderlich", sagte Matthias Brandt der SZ.

Er mache sich selbst bis heute schwere Vorwürfe, dass er 1992 gemeinsam mit seinen Brüdern Lars, 60, und Peter, 63, an der Beisetzung seines Vaters teilgenommen zu haben, statt bei der durch Frau Seebacher ausgeladenen Mutter zu bleiben. Er empfinde Frau Seebacher, die später den Bankmanager Hilmar Kopper heiratete, als "das Grauen".

Der Bühnen- und Filmschauspieler Brandt spielt vom 21. August an den neuen Kommissar im Münchner Polizeiruf 110.

Lesen Sie mehr auf der Seite Drei der Süddeutschen Zeitung von Samstag, 13. August 2011.