Dutzende Verletzte in Oberhausen Massenpanik bei "DSDS"-Autogrammstunde

Mit 5000 Fans hatten die Veranstalter gerechnet, knapp vier Mal so viele kamen: Bei einem Treffen mit Kandidaten der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" sind mindestens 60 Personen verletzt worden - darunter vor allem Kinder und Jugendliche.

Sie wollten nur eine Unterschrift von DSDS-Stars - doch dann wurden mehrere Kinder und Jugendliche bei einer Massenpanik in Oberhausen verletzt. Medienberichten zufolge sollen es mindestens 60 Verletzte sein. Zunächst war von mindestens 80 Verletzten die Rede gewesen.

Die Kandidaten der aktuellen Staffel von Deutschland sucht den Superstar (DSDS) sollten am Sonntag im Oberhausener Einkaufszentrum CentrO eine Autogrammstunden geben. Der Andrang sei dabei so groß gewesen, dass eine Panik ausbrach, teilten Polizei und Feuerwehr mit. Die Beamten bestätigten Informationen der Bild-Zeitung.

Wegen des großen Andrangs hatten die Veranstalter die Tore zum Veranstaltungsort geschlossen, wie ein Polizeisprecher sagte. Trotzdem sei von hinten weiter gedrängelt worden, so dass die jungen Menschen im Eingangsbereich verletzt worden seien, hieß es.

Das CentrO hatte nach eigenen Angaben vorher ein Sicherheitskonzept erarbeitet und die Autogrammstunde extra auf einen Sonntag gelegt. "Ein uns angekündigtes Fanaufkommen von etwa 3000 bis 5000 Fans wäre mit unserem Sicherheitskonzept absolut beherrschbar gewesen", teilte CentrO-Eventmanager Marcus Remark mit. Vielen der überwiegend weiblichen Fans sei in dem Gedränge die Luft weggeblieben. Auch Megafon-Durchsagen hätten nichts geholfen, erklärte Remark weiter. Das CentrO-Management sei tief betroffen, dass es Verletzte gegeben hat.

28 der 60 Verletzten wurden in Krankenhäusern behandelt, einige junge Besucher erlitten Quetschungen oder Kreislaufzusammenbrüche. Nach Angaben eines Sprechers der Stadt Oberhausen erlitten drei Menschen Knochenbrüche. Außerdem wurden mehrere Menschen bewusstlos. Unter den Fans waren vor allem Mädchen. Die Veranstaltung wurde abgebrochen.

Nach Angaben von RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer waren etwa 4000 Menschen zu der für 15 Uhr geplanten Autogrammstunde gekommen. Vor dem Einkaufszentrum jedoch hätten sich rund 15.000 weitere Fans versammelt. Als diese gegen die Türen drückten, sei Panik ausgebrochen. Nach Angaben der Stadt hatte der Privatsender als Veranstalter die Autogrammstunde mit maximal 5000 erwarteten Fans offiziell angemeldet.

Bereits unmittelbar nach Beginn der Veranstaltung seien wegen des Andrangs die Türen des Einkaufszentrums verschlossen worden, sagte der Sprecher der Stadt Oberhausen, Ralf Terlau. "Draußen ist dann aber noch weiter gedrückt und geschoben worden." Vielen der überwiegend weiblichen Fans sei in dem Gedränge die Luft weggeblieben. "Bei den meisten Verletzungen handelt es sich um Bagatellverletzungen", sagte Terlau.

Augenzeugen berichteten von chaotischen Zuständen. Die ersten Rettungswagen seien erst rund eine Stunde nach der Panik eingetroffen. Möglicherweise liege die Zahl der Verletzten deutlich höher.

Viele Besucher hätten nach einer kurzen Versorgung in Behandlungszelten, die die Feuerwehr vor dem Einkaufszentrum aufgebaut hatte, wieder nach Hause gehen können. "Das es dazu gekommen ist, tut uns furchtbar leid. Es war nicht abzuschätzen, dass so viele kommen", sagte Eickmeyer. "Wir werden uns überlegen, wie wir die Verletzten trösten können." Für die Zukunft müsse man sehen, ob ähnliche Veranstaltungen noch stattfinden könnten.

Vor etwa einem Jahr war es schon einmal bei einer DSDS-Autogrammstunde in Duisburg zu einer Massenpanik gekommen. Damals gab es ebenfalls mehrere Verletzte.