Marode Turnhallendecken Ministerium ordnet landesweite Kontrollen an

  • Das Bauministerium hat eine Überprüfung aller Turnhallendecken in den NRW-Kommunen angeordnet.
  • In Bochum war im Juli in einer Sporthalle schwere Deckenplatten heruntergestürzt. Ähnliche Kontruktionen wurden daraufhin gesperrt.
  • In Gelsenkirchen wurden bis Dienstag Baumängel in 24 der 70 untersuchten Hallen entdeckt.

Landesweite Kontrollen

Nach dem Fund unsicherer Deckenbefestigungen in Turnhallen im Ruhrgebiet hat das Bauministerium eine Überprüfung aller Turnhallendecken in den NRW-Kommunen angeordnet. Angesichts der Vorfälle in Bochum und Gelsenkirchen, wo Deckenböden mit senkrechten Nägeln befestigt wurden, sollen nun landesweit alle Decken auf Sicherheit und Standfestigkeit überprüft werden, sagte ein Ministeriumssprecher.

In Gelsenkirchen wurden bis Dienstag Baumängel in 24 der 70 untersuchten Hallen entdeckt. Die Stadt hat hat nach Angaben eines Sprechers bereits mit der Mobilisierung von Schreinern, Dachdeckern und Gerüstbauern begonnen. In Bochum warem am Dienstag noch 30 Hallen gesperrt oder wurden repariert.

Turnhallen sind vorsorglich gesperrt

Anfang Juli waren in einer der Bochumer Turnhallen schwere Deckenplatten zu Boden gestürzt. Da viele Hallen in Bochum eine ähnliche Dachkonstruktion aufweisen, sollten diese überprüft werden, um eine mögliche Gefahr auszuschließen, hieß es bei der Stadt. In diesen Hallen wurden vor vierzig Jahren Leichtbauplatten aus langfaseriger Holzwolle verbaut, sogenannte Sauerkrautplatten. Diese können austrocknen und marode werden, erklärt Thomas Sprenger von der Stadt Bochum.

34 Turnhallen wurden deshalb zunächst vorsorglich gesperrt, damit Statiker alle Dachkonstruktionen untersuchen können. Geben sie grünes Licht, können die Hallen sofort wieder genutzt werden. Werden sie als statisch nicht ausreichend stabil eingestuft, müssen sie saniert werden. Bei den ersten sechs untersuchten Hallen erwiesen sich fünf als marode, sie bleiben länger geschlossen.

Schul- und Vereinssport fällt weitgehend aus

In einer der Sporthallen sind seit einigen Monaten Flüchtlinge untergebracht. Diese wurde als Erstes untersucht und als nicht gefährdet eingestuft, betont Sprenger. Die übrigen Hallen standen den Sommer über leer, deshalb erfolgte die vorsorgliche Schließung erst am Mittwoch. Die Stadt Bochum vermutet, dass die Untersuchung aller Hallen erst im September abgeschlossen sein wird. Man hofft, dass nicht alle Hallen saniert werden müssen. Das könnte bis zu vier Millionen Euro kosten, sagte der Stadtdirektor Michael Townsend der WAZ.

Aufgrund der geschlossenen Hallen fällt ein Großteil des Bochumer Schul- und Vereinssports aus. Die Stadt versucht, wichtige Stunden zu priorisieren. So sollen keine Referendarprüfungen ausfallen. Sportstunden der Oberstufenschüler, die bald ihr Sport-Abitur machen, würden bevorzugt.