Die Eltern durften ihr totgeborenes Kind noch eine Stunde im Arm halten, dann holte ein Klinik-Mitarbeiter das Baby ab, um es die Pathologie zu bringen. Doch dort kam die Kiste mit dem kleinen Leichnam nie an. Die Polizei steht vor einem Rätsel.
Es muss ein Versehen gewesen sein, die Hamburger Polizei geht davon aus. Denn wer kann sich vorstellen, dass jemand ein totes Baby stiehlt?
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Seit einer Woche suchen die Hamburger Asklepios Klinik in Altona und die Polizei nach einer silbernen Kiste, die auf dem Flur eines Krankenhauses verloren ging. Sie suchen vor allem aber den Leichnam eines toten Kindes, das, in ein blaues Tuch eingewickelt, in der silbernen Box lag.
Waren die Diebe hinter dem silbernen Sarg her?
Die Eltern des Kindes waren in die Klinik gekommen, weil bei der Frau Wehen eingesetzt hatten. Doch die Ärzte stellten fest, dass das Herz des Kindes nicht mehr schlug. Die Frau musste das Kind tot zur Welt bringen.
Im Kreißsaal hielten die Eltern ihr Kind noch eine Stunde im Arm, dann sollte ein Mitarbeiter der Klinik den Leichnam in die Pathologie bringen. Offenbar stellte der Mann, dem inzwischen gekündigt wurde, die Box auf einem Flur ab. Seither ist sie verschwunden.
Der Diebstahl wurde drei Tage später bemerkt, als der Bestatter das Kind abholen wollte. Zwei umfangreiche Suchaktionen, so der Klinik-Betreiber, brachten kein Ergebnis. Vermutet wird, dass die Diebe den silbernen Container stehlen wollten, nicht aber den Leichnam.
Derzeit werden auch Aufnahmen von mehreren tausend Stunden der Überwachungskameras ausgewertet, die an den Eingängen der Klinik angebracht sind. Das Unternehmen hat in großen Anzeigen in drei Hamburger Zeitungen einen Zeugenaufruf geschaltet. Es will eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise zahlen, die zum Auffinden des Leichnams führen.
Die Eltern sollen ihr Kind bestatten können.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
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(SZ vom 20.10.2011/jobr)
Bundespräsident Gauck in Jerusalem
Wohl eher "silberfarben".