Die Festnahme des 'Ndrangheta-Bosses, der als Kopf der Mafia-Morde von Duisburg gilt, ist die Frucht akribischer Ermittlungen.
Es war eine Frage der Geduld: 19 Monate lang gingen die Ermittler sogar den winzigsten Indizien nach. Während die Öffentlichkeit sich fragte, wann denn endlich die Mafia-Mörder von Duisburg gefasst würden, sicherten die Fahnder DNS- und Schmauchspuren.
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Ein deutscher Fahnder zeigt ein Überwachungsfoto, das den in Amsterdam festgenommenen Giovanni Strangio zeigen soll (© Foto: Reuters)
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Sie werteten verschwommene Videoaufnahmen aus, hörten unzählige Telefonate ab, beschatteten Freunde und Verwandte des Hauptverdächtigen. "Wir haben ihn immer mehr eingekreist, bis wir die Gewissheit hatten, dass er in diesem Wohnhaus war", sagte der italienische Polizei-Einsatzleiter Renato Cortese am Freitag in Reggio Calabria.
Das dreistöckige Mehrfamilienhaus, von dem Cortese sprach, liegt im Wohnviertel Diemen von Amsterdam. Am Donnerstagabend gegen 23.10 Uhr stürmten dort Elitepolizisten eine Wohnung im zweiten Stock. Sie trafen den Mann, der so lange gesucht wurde - den 30 Jahre alten Giovanni Strangio. Er lebte hier mit seiner Frau und dem dreijährigen Sohn.
Außerdem wohnte dort sein Schwager Francesco Romeo, der in Italien wegen Drogendelikten gesucht wird. Die Männer wollten gerade zum Schlafen gehen, als die Beamten sie festnahmen. Sie wehrten sich nicht. Die Polizisten stellten eine Schusswaffe mit Munition, gefälschte Pässe und etwa eine Million Euro sicher.
In Italien und Deutschland ist nun die Erleichterung groß. Der italienische Innenminister Roberto Maroni spricht von einem Tag, den man sich einrahmen müsse. Für den nordrhein-westfälischen Innenminister Ingo Wolf (FDP) ist die Festnahme der Beleg, "dass die internationale Zusammenarbeit der Ermittler hervorragend funktioniert".
Allerdings dürfte es nun zum Streit um Strangio kommen. Sowohl Italien wie Deutschland fordern seine Auslieferung. Der Kalabrese wird von beiden Ländern wegen des sechsfachen Mordes von Duisburg gesucht.
Dort waren am 15. August 2007 zwischen drei und vier Uhr morgens sechs Italiener vor dem "Ristorante Da Bruno" mit 54 Schüssen aus zwei Pistolen ermordet worden. Die Ermittler kamen rasch zu dem Ergebnis, dass hier ein Racheakt im Kampf zweier 'Ndrangheta-Clans aus dem kalabrischen San Luca vorlag: Alle sechs Opfer sollen dem Clan der Pelle-Vottari, die Killer dem Clan der Nirta-Strangio zuzurechnen sein. Giovanni Strangio soll das Attentat organisiert haben und auch selbst geschossen haben. Nach Mittätern wird noch gesucht, Francesco Romeo steht unter Verdacht.
"Gegen Strangio liegen zahlreiche Beweismomente vor, dass er als Schütze an dem Sechsfach-Mord beteiligt war", sagte der Duisburger Kriminaldirektor Holger Haufmann am Freitag. So soll Strangio einige Tage vor dem Massaker versucht haben, Magazine für die Pistolen zu kaufen, die bei den Morden eingesetzt wurden.
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Bitte an Italien ausliefern, warum sollen wir hier noch Steuergelder verschwenden in dem wir ihm hier den Prozess machen.