Ein Malteser-Mitarbeiter hat ein autistisches Mädchen über Nacht im Bus vergessen. Nun hat der Vorfall Konsequenzen: Ihm wurde gekündigt.
Ein Fahrer des Malteser Hilfsdienstes in Bremen, der ein behindertes Mädchen über Nacht in einem Kleinbus vergessen hat, wird entlassen. Dem 32-Jährigen werde gekündigt, sagte die Geschäftsführerin Angelika Gabriel in der Hansestadt. Der Mitarbeiter sei bereits seit dem Vorfall nicht mehr im Einsatz.
Bild vergrößern
Malteser-Mitarbeiter unter Verdacht: Ein 32-Jähriger hat gestanden, ein behindertes Mädchen im Bus vergessen zu haben. (© Foto: ddp)
Anzeige
Der Mann und ein 22 Jahre alter Zivildienstleistender hatten gestanden, dass sie am vergangenen Mittwoch das Mädchen im Passagierraum des Kleinbusses vergessen hatten. Wegen ihrer Behinderung konnte die angeschnallte Achtjährige nicht auf sich aufmerksam machen.
Der Dienst des Zivildienstleistenden ende in Kürze turnusgemäß. Derzeit sei er noch auf einem externen Seminar, sagte Gabriel. Ob sich die beiden Männer auch strafrechtlich für den Vorfall verantworten müssen, wird noch geprüft.
Gabriel hatte die Familie am Sonntag besucht, um sich persönlich zu entschuldigen. "Es war ein herzlicher Empfang", berichtete die Geschäftsführerin. Die Familie sei aber noch immer sehr traurig. "Sie kann nicht begreifen, wie so etwas passieren konnte."
Derzeit bringen die Eltern das Mädchen selbst zur Schule. Der Vater habe aber nicht ausgeschlossen, dass das Mädchen bald wieder vom Malteser Hilfsdienst gefahren werden dürfe, berichtete die Geschäftsführerin.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(dpa/hai/gba)
Müll am Fluss
Das Problem ist wesentlich vielschichtiger. Auf der einen Seite will man nur Fahrer für ganz wenig Geld beschäftigen, die auch alles schlucken. Fahrer, die mitdenken und die Gesetze einhalten wollen, sind in dieser Branche gar nicht gewollt. Auch der Nachfolger wird wieder schlecht qualifiziert sein und wenig Geld für seine Arbeit bekommen.
Wir haben das alles schon mit dem Kreis Pinneberg miterlebt. Solche Fälle wie in Bremen sind ganz einfach vorprogrammiert. Aber keiner will das wissen.
nun, der fahrer wird auch nicht mehr als 1,50/hrs verdienen, da ansonsten die malteser die ausschreibung wohl nicht gewonnen hätten ... you get what you paid for!
es sind schon Angestellte für weniger entlassen wurden. Z.B. für 1,20 Euro Pfand... Menschliches Versagen kann jedem unterlaufen. Nur so etwas darf einfach nicht passieren. Es hätte noch schlimmer ausgehen können.
Ein richtiger Schritt der Malteser. Allerdings finde ich, daß sich der Fahrer und der Zivi gefälligst auch und in erster Linie zu entschuldigen haben.