Der Oberbürgermeister wies unterdessen die Vorwürfe, er habe warnende Stimmen ignoriert, zurück: "Mir sind keine Warnungen bekannt", sagte Sauerland der Rheinischen Post. Es gebe bei der Planung solcher Veranstaltungen immer kritische Stimmen, die man auch immer sehr ernst nehme. Aufgabe der Stadt sei es zu prüfen, ob beantragte Veranstaltungen durchgeführt werden könnten, sagte der CDU-Politiker. "Und genau das haben wir auch in diesem Fall gewissenhaft getan."
Bild vergrößern
Trauer in Duisburg: Im vergangenen Jahr hatte der Polizeipräsident wegen der Sicherheitsprobleme bei der Loveparade gewarnt - keiner hörte auf ihn. (© dpa)
Anzeige
Loveparade-Organisator Schaller belastet Polizei
Neben dem Duisburger Oberbürgermeister steht nach der Katastrophe auch Schaller, der Organisator der Loveparade, heftig unter Beschuss. Der schiebt die Schuld an dem Unglück mittlerweile auf die Polizei ab.
Diese hat nach Schallers Angaben alle Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang öffnen lassen. Zuvor hätten die Veranstalter zehn der 16 Schleusen geschlossen gehalten, weil bereits eine Überfüllung des Tunnels gedroht habe. Durch die Anweisung der Polizei sei dann der Hauptstrom der Besucher unkontrolliert in den Tunnel gelangt. "Für den Fall der Überfüllung sollten die Schleusen geschlossen werden", sagte Schaller.
Die Duisburger Beamten wiesen die Anschuldigungen zurück: "Wir sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in der Lage zu sagen, was der Auslöser war für das Ganze", sagte eine Sprecherin. "Wir fänden es gut, wenn sich Herr Schaller nicht in Spekulationen verlieren würde."
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
- Thema
- Loveparade-Katastrophe RSS
- Duisburg und die Loveparade Das riskante Spiel um ein besseres Image 27.07.2010
- Loveparade 511 Verletzte im Duisburger Drama 27.07.2010
- 19 Tote auf der Loveparade: Schuldfrage "Geltungssucht, Profitsucht und Amateurismus" 26.07.2010
- Tragödie bei der Loveparade Die Ohnmacht der Masse 27.07.2010
- Loveparade: Nach der Tragödie Die Treppe war die Todesfalle 25.07.2010
- Loveparade-Katastrophe Duisburgs CDU steht hinter Sauerland 03.08.2010
- Soforthilfe Eine Million Euro für Loveparade-Opfer 03.08.2010
(sueddeutsche.de/dpa/AFP/Reuters/apn/jab/jobr/segi)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
Was Sie als Zynismus bezeichnen, betrache ich als die notwendige Konfrontation mit der Wirklichkeit. Wenn man die Augen schließt und einfach sagt, die Beteiligten sind alle gut ("alle unschuldige Opfer" hieß es in einem SZ-Kommentar einmal sinngemäß), nur die Polizei ist unfähig und lügnerisch, dann behindert man die Ursachenklärung und die Prävention.
Was dieses Augenverschließen aus sachfremden Gründen (z. B. Prestigesucht) gebracht hat, sehen wir ja unmittelbar am vorliegenden Fall.
Das Video zeigt selbstverständlich die Phase, als alles noch locker zuging. Das bestätigt mich darin, dass man lange Zeit durchaus noch Handlungsmöglichkeiten hatte. Aber sehen und hören Sie nicht die Keime der Katastrophe? Mehr kann ich nicht sagen, um nicht wegmoderiert zu werden.
Beim Recherchieren bin ich auf drei Dokumente gestoßen, die für sich sprechen. Ich hab sie auf meiner facebook-Seite zusammengefasst, weil sie dort so schnell nicht verschwinden können.
Wenn das hier kein Link wird, könnt Ihr ja wie üblich kopieren und in Euren Browser eingeben. Bei Facebook-Pages muss man sich nicht registrieren, sie sind offen.
http://tinyurl.com/37e45op
Wenn er in voller Länge von ein und derselben Person ist, handelte es sich um jemanden, der noch durch den Tunnel kam, als dieser noch nicht so voll war. Man sieht das daran, dass die Menschen noch relativ ohne Gedränge und Geschubse vorwärts gekommen sind und sogar ein Einsatzwagen der Polizei noch durchfahren konnte.
Man erkennt das auch daran, dass der Filmer dann von "innen" erst von dem Tunnelgeländer gefilmt hat, das am weitesten von der gefährlichen Treppe entfernt war, was vermuten läßt, dass zu diesem Zeitpunkt die Situation noch nicht so eskaliert war und er nach dem Einlass noch viel Zeit hatte, dahin zu gehen. Erst später steht er direkt am Geländer oberhalb der Treppe und man erkennt, dass es nun gefährlich ist.
Welche Schlüsse Sie aus dem Film ziehen, der ihre Ansichten bestätigen soll, kann ich nicht nachvollziehen.
Die für die Sicherheit zuständigen wußten in Duisburg schon sehr schnell, dass es sich bei den Opfern (zu der Zeit 15) um Menschen handelte, die wenig zu bedauern sind, weil sie selbst es waren, die sich selbst und andere in Gefahr gebracht haben und die Massenpanik überhaupt erst ausgelöst haben. Allerdings haben diese Sicherheitsleute das schon zu einem Zeitpunkt gewußt, als noch nicht einmal die Polizei wirklich Klarheit über den Hergang der Unfälle haben konnte, die zum Tod von, wie Sie schreiben, 14 Menschen geführt haben. Bleiben leider immer noch 6 weitere Menschen, die zu Tode kamen. Diese stürzten vermutlich nicht von der Mauer und wenn es nur 6 Menschen wären oder auch nur einer, der durch die Massenpanik getötet wurde, wäre das schlimm genug und man darf bei dieser Zählerei nicht vergessen, dass es über 500 Verletzte (zuviel) gab. Teilweise schwer verletzt, teilweise durch Reanimation gerade noch am Leben erhalten. Glauben Sie, die sind alle von der Mauer gestürzt? Ich halte Ihren Beitrag von 11:12 für sehr zynisch angesichts der Vorfälle. Auch die Tatsache, dass sie im weiteren Beitrag den drängelnden Menschen Schuld gaben, dass sie gedrängelt haben finde ich angesichts der Bilder vom Geschehen sehr zynisch. Ich gehe davon aus, dass es in der Masse keine Ordnungskräfte gab, die auch nur irgend jemand noch hat verstehen können, geschweige denn dass diese überhaupt noch klare Anweisungen (weiter-)geben konnten. Ab einem gewissen Zeitpunkt war die Masse einfach unkontrollierbar und dazu darf es bei sorgfältiger Planung und Durchführung gar nicht erst kommen bzw. wenn man so etwas nicht weitest gehend ausschließen kann, darf so eine Veranstaltung einfach nicht durchgeführt werden. Jedenfalls nicht so, wie in Duisburg geschehen.
Is ja jut, liebe Moderatoren, also @Grenznachbar die zweite:
Der Polizeibericht hat gegenüber Erlebnisschilderungen Einzelner immerhin den Vorteil, dass er mehrere Einzelberichte miteinander vergleichen und so der Wahrheit näher kommen kann. Ihn als von vornherein tendenziös und lügenhaft zu diffamieren geht nicht.
Wenn überzeugende "aktuelle" Quellen vorhanden sind, bin ich neugierig - ich lasse mich gern widerlegen. Allerdings wird meine Sicht der Dinge doch sehr kräftig unterstützt durch Videos wie das folgende:
http://www.youtube.com/watch?v=U4ffarhjrfQ&feature=related
Paging