Wie konnte es zu diesem Drama kommen? Nach der Tragödie bei der Loveparade gibt es viele Fragen - und kaum Antworten. Nur eines steht fest: Alle Teilnehmer über einen einzigen Zugang auf das Gelände zu führen, war ein fataler Fehler. Mit Grafik.
Der Knackpunkt ist der Tunnel, natürlich ist es der Tunnel. Wenn Hunderttausende Menschen innerhalb weniger Stunden durch eine lange, beidseitig begrenzte Schleuse und dann über eine aufsteigende Rampe auf ein 120.000 Quadratmeter großes Gelände gelotst werden, dann laufen sie zwangsläufig durch eine Engstelle.
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Die Grafik zeigt das Festivalgelände, auf dem sich die Tragödie ereignet hat (zum Vergößern auf das Bild klicken). (© SZ-Grafik)
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Und wenn sich viele Menschen in einem solchen Engpass befinden, wenn von hinten Passanten nachdrängen und vorn zu wenige hinauskönnen, dann entsteht leicht Panik. Selbst wenn der Tunnel 16 Meter breit ist.
Auf der Pressekonferenz der Stadt Duisburg am Sonntag dauert es eine geschlagene Stunde, bis Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe, der sich nach der Katastrophe vom Vortag nun vor allem als Mitglied des Krisenstabes präsentieren möchte, auf eine klare Frage eine klare Antwort gibt: "Gab es nur einen einzigen Zugang?", fragt ein verzweifelter Journalist, nachdem Oberbürgermeister Adolf Sauerland, Polizeichef Detlef von Schmeling und Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller 60 Minuten lang auf alle Fragen nach dem Auslöser für die Massenpanik und nach dem konkreten Hergang der Katastrophe ausgewichen waren. "Ja", sagt Rabe.
"Rein und raus durch einen einzigen Tunnel - das ist ein no go, das geht überhaupt nicht", stöhnt Jackie Jedlicki. Er ist seit 30 Jahren bei der Konzertagentur Marek Lieberberg für Großveranstaltungen zuständig, er hat Rock am Ring mit 100.000Leuten organisiert und André Hellers Feuerwerksshow mit 500.000, und er hyperventiliert fast bei dem Gedanken, dass es irgendein Veranstalter, irgendeine Kommune auch nur für möglich halten kann, nur einen einzigen Zugang für eine Veranstaltung von der Größe der Loveparade vorzusehen.
"Die Unterführung kann so lang wie der Gotthard-Tunnel sein, das ist nicht das Problem. Aber es darf nicht sein, dass man nur auf einem Weg hinein und hinaus kann." Das mindeste, sagt Jedlicki, wäre gewesen, dass die Polizei den Tunnel mit Zäunen in der Mitte geteilt hätte, damit jene, die hineingehen und jene, die hinausgehen, nicht kollidieren.
Das war, wie vieles andere, offenbar im Gespräch, bevor die große Party begann, wie auf der Pressekonferenz danach zu hören ist. Warum hat das aber zum Schluss niemand veranlasst? Warum wurde eine zweite "Zugangsrampe", wie Dezernent Rabe in schönstem Behördendeutsch sagt, erst kurz vor den "Todesereignissen" geöffnet?
Warum hat die Polizei, wie Besucher der Loveparade berichten, den Zugang zum Gelände gesperrt, was die Stadt am Tag danach mit dem Hinweis dementiert, das Gelände sei ja gar nicht überfüllt gewesen, man hätte also gar nicht sperren müssen? Warum waren die Zäune rund um den Veranstaltungsort nicht durch weitere Tore unterbrochen?
Die Versammlungsverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen legt genau fest, wie viele Notausgänge es für wie viele Gäste geben muss, wie viele Urinale für Herren und wie viele Toiletten für Damen vorgesehen sein müssen, und dass Besucher vor den Eingängen, durch Geländer gesteuert, nur einzeln Einlass finden sollen.
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FKK-Slackliner Alexander Schulz
Wer ist schuld am Desaster? Dass der Veranstalter
gerade das Gelände eines alten Güterbahnhofs für diese
Großveranstaltung ausgesucht hatte war schon unglücklich.
Aber was Herr Rainer Schaller sich bei der Planung gedacht hat, ist
einfach unbegreiflich und auch nicht nachzuvollziehen.
Ging es nur darum, Schäden zu vermeiden oder so gering
wie möglich zu halten? Alles weist darauf hin,
das zeigt auch die läppische Haftpflichtversicherung von gerade
einmal 7,5 Millionen Euro für dieses Event bei der AXA Versicherung.
Geht man davon aus, es waren ca. 430.000 Besucher da,
so hat Herrn Rainer Schaller jeden der Besucher
mit nur ein paar Cent versichert. Das ist doch schon Kriminell,Oder ?
Und alle haben davon gewußt ! Der Herr OB Sauerland
wußte natürlich auch nichts von einer fehlenden Videoüberwachung,
von den viel zu kleinen Zugängen und Tunneln, in denen
keine Belüftung und Entlüftung vorhanden war.
Auch das in der Planung zu dem Event keine separaten Ausgänge
vorgesehen waren, muß man einfach übersehen haben. War man blind ?
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ich habe Hochachtung vor den Beamten, die an der "Front" sind und Leib und Leben riskieren.tag für tag. Nicht jeder könnte das.
Ich verliere die Achtung vor deren Dienstherren, die Obersten sind nunmal nicht Polizeibeamte sondern Politiker, deren Intentionen leider kaum ergründbar sind.
Ich fürchte mich vor einem immer stärker werdenden Überwachungsstaat, denn
"wer seine Freiheit für Sicherheit opfert, darf sich nicht wundern, wenn er eines Tages feststellen muß, daß er beides verloren hat". Weise Worte großer Menschen.
Hohe Verantwortung muß mMn Risiko vermeiden, wann immer dies möglich ist, wenn es Menschenleben betrifft.
Denken wir nur an die WM 2010, WM 2006 : hervorragende Arbeit wurde seitens der Polizei geleistet, dafür hier nochmals ein dickes und herzliches DANKE !! :)
Daher kann ich nur hoffen, daß die bisher vorbildliche deutsche Polizei ihrer Aufgabe weiterhin gerecht werden kann, ohne in immer dubiosere Motive verstrickt zu werden und den Kopf dafür hinzuhalten, weisungsgebunden und machtlos.
Wir können auf unsere Beamten stolz sein, ob wir es auch von den gewählten Volksvertretern sein können ? Ich hoffe es.
R.I.P.
eine "Verschwörungstheorie " ist in erster Linie eine Theorie, wissenschaftlich betrachten daher eigentlich frei von emotioneller Bewertung.
Die Bezeichnung "Verschwörungstheorie"
wird spätestens nach der eindrucksvollen Rede von G. W. Bush vor den Vereinten Nationen sehr inflationär benutzt, um, weshalb auch immer unliebsame Annahmen
a priori zu diskreditieren und Personen gezielt zu diffamieren. Dieser Mißbrauch nährt die Vermutung, daß es ebenfalls ein Ziel sei, von den Inhalten der Annahme abzulenken und ihre Untersuchung dadurch zu erschweren oder gar unmöglich zu machen.
Warum schreibe ich dies ? Weil es meiner Meinung nach ein grunddemokratisches Prinzip einer Zivilgesellschaft ist, jegliche Möglichkeiten zu diskutieren, genau wie auch in der Wissenschaft alles vorbehaltlos (!!) erforscht und geprüft wird.
Sollte der Zweck der Wahrheitsfindung Geltung haben, ist es nicht möglich, eine Begrüdung zur Einengung der Ermittlung zu liefern, sollte ich mich irren, bitte korrigieren sie mich.
Fakt ist, daß die Polizei seit Jahren, auch aus durchaus nachvollziehbaren Gründen, eine striktere Reglementierung der Zugangswege fordert. Berlin war sicher, dafür aber nicht kontrollierbar. Und bitte, wieso ist die Anzahl der Unterstützungskommandos, kurz USK, und der Bereitschaftspolizei in zig Hundertschaften in rasantem Maße gestiegen, wenn es keine signifikante Zunahme an Massendemonstrationenen oder sog. Events in den letzten 10 Jahren gegeben hat? Und wieso wird suggeriert, daß in Großstädten immer mehr Deeskalationseinheiten benötigt werden bei abnehmender Anzahl von Einsätzen
( Fußball ausgenommen) die genaue Mannstärke aber geheime Verschlußsache ist? In einer Demokratie hat dies mehr als nur ein "Gschmäckle", sondern historische Vorbilder, die nichts Gutes erahnen lassen !!
Fakt ist auch, daß ein "geschlossenes Gelände" gefordert wurde von Seiten der Stadt, um Schäden abzuwenden, die nunmal entstehen, wenn > 1 Mio. Menschen irgendwo durchlaufen und längere Zeit an einem Ort verweilen.
Es gab massig Vorwarnungen, da :
1. bewährte Konzepte ohne Begründung abgelehnt wurden,
2. die Durchführung nicht nur der Erfahrung von Jahrzehnten widersprach, sondern
3. auch der Expertise von anerkannten Fachleuten, zu guter letzt
4. dem gesunden Menschenverstand.
Fahrlässigkeit:
Verletzung einer objektiven Sorgfaltspflicht bei vorheriger Erkennbarkeit
Billigung : etwas positiv beurteilen und es deshalb zulassen
D
das image von duisburg (aktuelle haushaltsprobleme, alte mafiamorde) sollte aufpoliert werden, egal wie.dann sind warnungen (egal ob qualifiziert oder nicht) das "geschwätz von bedenkenträgern", die können einfach abgebügelt werden mit dem (durch hierarchie qualifizierten) argument:
ich will das, weil ich das so will.
dann wird ein untergeordneter mitarbeiter beauftragt, "das mal zu organisieren" - im sinne der obrigkeit - und einen alibi-profi zu beauftragen, das alles abzusegnen.
ich war nicht dabei, aber das kann ich mir gut vorstellen.
Paging