Londoner Kanalisation 15-Tonnen-Fettklumpen entdeckt

Öl soll man eigentlich nicht in den Abfluss gießen. Viele Einwohner Kingstons haben sich offenbar nicht daran gehalten. Was aus solcher Nachlässigkeit folgen kann, weiß man jetzt: etwas Großes und Unterirdisches.

In der Kanalisation von Kingston im Südwesten Londons läuft es momentan nicht mehr rund: Geronnenes Fett und Toilettenpapier haben hier einen Klumpen von der Größe eines Linienbusses gebildet. Die Ansammlung wiegt etwa 15 Tonnen.

Das private Wasserunternehmen Thames Water spricht von einem fatberg. "Eine derart große Verunreinigung mussten wir noch nie aus der Kanalisation entfernen", sagte Gordon Hallwood von Thames Water zum Onlineportal The Verge.

Der Fettklumpen wurde entdeckt, nachdem Anwohner gemeldet hatten, dass ihre Toiletten verstopft waren. Durch den Abwasserkanal konnte wegen der Ablagerung an seinen Wänden nur noch fünf Prozent der üblichen Menge Wasser fließen. Wäre die Verstopfung nicht rechtzeitig entdeckt worden, hätte das Schmutzwasser die Gullys der Stadt anheben können, sagte Hallwood. Die Reparaturarbeiten werden etwa sechs Wochen dauern.

Thames Water hat die Londoner jetzt eindringlich gebeten, keine Fette, Öle oder Papiere mehr im Abfluss zu entsorgen. Das Unternehmen muss regelmäßig Fettansammlungen aus der Kanalisation entfernen. Vor kurzem hat Thames Water damit begonnen, das Fett zur Elektrizitätsgewinnung zu nutzen, wie BBC berichtete.