Ex-Premierministerin Margaret Thatcher ist wieder in der Downing Street - sie hängt nun als Gemälde neben den großen Premiers Lloyd George und Winston Churchill.
Für manchen Briten mag es wie die Erfüllung eines Traums klingen. Für viele andere ist es die schlimmste denkbare Schlagzeile überhaupt: "Margret Thatcher kehrt zurück nach 10 Downing Street". Doch obwohl Thatcher an diesem Montag tatsächlich vor ihrer ehemaligen Dienstunterkunft vorfuhr und wortlos den Journalisten winkte, handelte es sich nicht um die erstaunlichste politische Wiederauferstehung der britischen Geschichte.
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Das Bildnis einer Dame: Maggie Thatcher in echt und in Öl. (© Foto: dpa)
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Vielmehr hatte Premierminister Gordon Brown seine Amtsvorgängerin eingeladen, weil es ein Versprechen einzulösen galt: Kurz nach seiner Amtsübernahme 2007 hatte Brown die Eiserne Lady - sehr zum Unmut einiger Labour-Parteigenossen - schon einmal zum Tee nach Downing Street gebeten. Bei dieser Gelegenheit hatte er angekündigt, es solle ein Porträt Thatchers für Downing Street in Auftrag gegeben werden.
Anonymer Stifter
Bezahlt von einem anonymen privaten Stifter wurde dieses Gemälde nun im Beisein der 84-Jährigen enthüllt, die sich nach mehreren kleineren Schlaganfällen weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hat. Angefertigt vom Maler Richard Stone, der auch schon Königin Elisabeth II. und ihre Mutter porträtiert hat und als verlässlich konservativer Stilist gilt, zeigt das Bild Thatcher mit derselben Brosche, die sie auch zur Enthüllung des Gemäldes trug. Es wird künftig den Eingangsbereich des Herrschaftszimmers im ersten Stock zieren.
Das Werk stellt eine Besonderheit dar. Zwar hängen Fotos zahlreicher Premierminister des 20. Jahrhunderts in den engen Treppenaufgängen von 10 Downing Street, aber nur zwei Regierungschefs ist hier in den vergangenen 100 Jahren die Ehre einer Verewigung in Öl widerfahren: David Lloyd George und Winston Churchill. Beide waren Kriegspremiers, beide gehören zu den bedeutendsten britischen Politikern des vergangenen Jahrhunderts.
Mit ihnen wird Margret Thatcher, die von 1979 bis zur ihrem Sturz im Jahre 1990 als erste Premierministerin Großbritannien regierte, durch die jetzt erfolgte Ehrung implizit auf eine Stufe gestellt. Ein besonders interessanter Vorgang angesichts der Tatsache, dass sie alles dafür tat, den von Lloyd George geschaffenen Sozialstaat zurückzudrängen.
Dass sie ausgerechnet von einem Labour-Premier derart geehrt wird, bringt Gordon Brown wenig gute Publicity ein: Margaret Thatchers Bewunderer fühlen sich daran erinnert, wie viel besser vermeintlich alles unter ihrer Ägide war, ihre Feinde aber werden Brown nicht verzeihen, dass er sie gleich zweimal ohne Not in die Downing Street zurückgeholt hat.
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(SZ vom 25.11.2009/abis)
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Also einen Vorteil hat das britische politische System ja:
Wenn man einen Politiker dort loshaben will und sicherstellen will, daß derjenige niemals mehr in der Realpolitik mitmischen wird und ab sofort nur noch harmlose Sonntagsreden halten wird, dafür haben die Briten ein einzigartiges Mittel: Man adelt den Betreffenden einfach.
Prompt steht die Versetzung in das (Abstellgleis) Oberhaus an. Und das schöne: Den Ritterschlag zum Sir bzw. zur Lady kann man aus Ehrengründen nicht ablehnen. Genau das ist der Frau Thatcher passiert.
Könnte man unser Merkel nicht auch durch ein Bild ersetzen? In der Lonny des Springerhochhauses ist sicherlich noch ein lauschiges Plätzchen zu finden.
Über Thatcher könnte man ja so viel schreiben, ich belasse es bei einem Zitat von Volker Pispers:
"Horst Köhler will ja, dass Merkel wie Maggie Thatcher regieren sollte. Ein in Deutschland oft gehörter Wunsch. Wissen Sie was Thatcher aus England gemacht hat? Fahren Sie mal hin. Gehen Sie auf die Straße und fragen Sie die Menschen nach Magaret Thatcher. Ich gebe Ihnen dabei einen Tipp: besorgen Sie sich vorher Schuhe in denen Sie SEHR SCHNELL laufen können."