Limburg Untersuchungsbericht soll Tebartz-van Elst schwer belasten

Der Bauskandal hat im Bistum Limburg und darüber hinaus zu einer schweren Vertrauenskrise innerhalb der katholischen Kirche geführt.

Dem Bischof von Limburg könnte nun doch eine Ermittlung durch die Staatsanwaltschaft drohen: Wie "Der Spiegel" berichtet, soll die Untersuchungskommission auf "justitiable Ergebnisse" in einer "Geheimregistratur" gestoßen sein.

Die Ermittlungen gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst stehen angeblich kurz vor dem Abschluss. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, soll es der kirchlichen Untersuchungskommission gelungen sein, justitiable Ergebnisse zu dokumentieren. Diese könnten zu einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren gegen Tebartz-van Elst führen.

So sollen die bisher auf 31 Millionen Euro geschätzten Baukosten wesentliche höher ausfallen. Um das aufwendige Projekt zu finanzieren, wurde angeblich aus mindestens einer kirchlichen Stiftung im Bistum Geld herausgezogen.

Wichtige Unterlagen zu dem umstrittenen Bau fand die Kommission offenbar in einer eigens für die Akten angemieteten Wohnung in Limburg. Der Spiegel spricht von einer "Geheimregistratur" mit bislang unbekannten Finanzierungspapieren, die die bischöfliche Unterschrift tragen.

Der Abschlussbericht der Untersuchungskommission geht nach seiner Fertigstellung an die Deutsche Bischofskonferenz und nach Rom. Danach soll eine Entscheidung über die Zukunft von Tebartz-van Elst fallen.

Der Bauskandal hat im Bistum Limburg und darüber hinaus zu einer schweren Vertrauenskrise innerhalb der katholischen Kirche geführt. Tebartz-van Elst zog sich vorübergehend aus der Öffentlichkeit in ein Benediktiner-Kloster in Bayern zurück. Ein in Hamburg anhängiges Strafverfahren gegen den Bischof wegen eidesstattlicher Falschaussage war Ende vergangenen Jahres eingestellt worden. Im Gegenzug muss Tebartz-van Elst aber eine Geldstrafe von 20.000 Euro zahlen.