Las Vegas Gefährliches Gift

Ein mysteriöser Fund des hochgefährlichen Giftes Ricin in einem Hotelzimmer in Las Vegas hat zeitweilig Angst vor einem Terroranschlag geschürt.

Ein Opfer lag nach Angaben der Polizei auch am Samstag weiterhin mit schweren Vergiftungen im Krankenhaus. Der Vergiftete sei ohne Bewusstsein und befinde sich in kritischem Zustand, hieß es am Samstag.

Las Vegas

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Sieben weitere Menschen, zumeist Hotelangestellte und Polizisten, wurden auf eine mögliche Vergiftung untersucht, konnten aber das Krankenhaus wieder verlassen.

Die Polizei gab nach ersten Ermittlungen Entwarnung: Es gebe keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Der Fall sei aber nach wie vor völlig rätselhaft: "Wir haben keinerlei Informationen darüber, warum sich der Stoff in dem Hotelzimmer befand", sagte die stellvertretende Polizeichefin von Las Vegas, Kathy Suey. Aus Furcht vor einer weiteren Kontaminierung wurde das Hotel zeitweise geräumt und die Gegend um das Gebäude abgesperrt.

Ricin wird aus Rizinussamen gewonnen, bereits ein Viertel Milligramm können innerhalb von 36 bis 48 Stunden tödlich sein, erklärten US-Experten. Ricin falle unter die Biowaffenkonvention. In der Medizin wird es zur Krebsbekämpfung eingesetzt. "Es gibt keinen Hinweis, dass der Fund das Ergebnis terroristischer Aktivitäten ist", sagte Suey. Das hochgiftige Pulver sei in in der Nacht zum Freitag von einem Verwandten des Vergifteten entdeckt worden, als dieser die Kleider des Opfers aus dem Hotelzimmer holen wollte, hieß es. Der Vergiftete selbst sei bereits Mitte Februar mit Atemproblemen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Einzelheiten teilten die Behörden zunächst nicht mit. Unklar war etwa, wie viel von der Giftsubstanz entdeckt wurde, ob das Gift in Besitz des Vergifteten war und ob dieser es selbst hergestellte hatte. Denkbar sei auch, dass sich das Ricin ohne Wissen des Opfers in dem Hotelzimmer befand. Das Zimmer war seit Erkrankung des Mannes unbewohnt, sagte die Polizei.