Kurioses aus dem Zoo Zu faul: Forscher schicken Faultier zurück

Faultier "Mats" sollte sich für die Wissenschaft bewegen und gefilmt werden. Doch trotz aller Leckereien machte "Mats" seiner Spezies alle Ehre - und wird nun ausgetauscht.

Drei Jahre lang sei vergeblich versucht worden, Faultier "Mats" mit Leckereien wie Gemüse und Obst zu locken, sagte John Nyakatura, Doktorand am Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Jena. Er bestätigte einen Bericht der Bild-Zeitung.

Das Faultier sollte an einer Stange entlang klettern, die Wissenschaftler wollten seine Bewegungen filmen und untersuchen. Doch "Mats" habe keine einzige Filmsequenz möglich gemacht.

"Wir haben ihm sogar Nudeln und gekochte Eier gegeben", sagte der Wissenschaftler. "Das ist etwas besonderes für Faultiere, da sind sie normalerweise auch bereit, etwas dafür zu tun." Nicht so "Mats". "Er hat sich nicht sehr kooperativ gezeigt", klagt Nyakatura.

Seltene Bewegungen

Die Forscher wollten an "Mats" die besondere Art der Fortbewegung von Faultieren studieren. "Sie hängen sich mit ihren Kletterhaken an einen Ast und bewegen sich kopfüber", erklärte Nyakatura. "Das kommt im Tierreich selten vor."

Deshalb wollten die Wissenschaftler einen Röntgenfilm von "Mats" machen und seine Bewegungen dann mit denen anderer Tiere vergleichen. Mit der speziellen Technik könne beobachtet werden, was mit Knochen und Gelenken bei Bewegung passiere, sagte Nyakatura.

"Mats" wurde schließlich in den Duisburger Zoo gebracht. "Da ist es für ihn schöner als bei uns", sagte der Forscher. Dort hoffen die Pfleger Nyakatura zufolge, dass "Mats" in seinem hohen Alter von 16 Jahren noch Vater wird. Die Forscher haben unterdessen vom Dortmunder Zoo zunächst für einige Monate zwei andere Faultiere bekommen. Sie sollen für "Mats" einspringen.