Aus Russlands Museen sind fast 250.000 Objekte verschwunden, wie eine dreijährige Studie zeigt. Schuld sind nicht zuletzt korrupte Mitarbeiter und Behörden - bis hinauf zum Gouverneur.

Aus Russlands Museen sind fast 250.000 Gegenstände verschwunden. Dies geht aus einer dreijährigen Überprüfung hervor, deren Ergebnisse das russische Kulturministerium vorstellte. "In ganz Russland fehlen 242.000 Gegenstände", sagte Ljubow Moltschanowa, Abteilungsleiterin für Museen, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

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Die Raffael-Loggia in der Eremitage. Die landesweite Untersuchung kam ins Rollen, nachdem aufgeflogen war, dass eine Angestellte des Museums in St. Petersburg über Jahre hinweg Kunstwerke gestohlen hatte. (© Getty Images)

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Etwa zehn Prozent seien als gestohlen gemeldet, die anderen Objekte fehlten aus unerfindlichen Gründen, sagte Moltschanowa. Russlands Museen sind chronisch unterfinanziert, Korruption ist weitverbreitet und die Sicherheitsvorkehrungen unzureichend.

Moltschanowa wies darauf hin, dass auch Behördenvertreter sich gern aus den Beständen der Museen bedienen. "Einige Gouverneure sagen gerne einmal: 'Gib uns was aus dem Museum'", berichtete die Abteilungsleiterin.

Die Untersuchung betraf 1881 Museen, das sind 97 Prozent der Museen Russlands. Die Überprüfung war 2007 angeordnet worden, nachdem festgestellt worden war, dass aus den Depots der weltberühmten Eremitage in St. Petersburg zahlreiche Stücke abhandengekommen waren. Die Polizei war bei ihren Ermittlungen auf eine Angestellte des Museums gestoßen, die über Jahre hinweg etwa 200 Schmuckstücke und Ikonen gestohlen hatte. Einige wurden bei Internetauktionen wiederentdeckt.

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(AFP/kat/gba)