Kritik an Flüchtlingspolitik Ai Weiwei posiert als Aylan Kurdi

Ai Weiwei auf Lesbos.

(Foto: AP)
  • Der chinesische Künstler Ai Weiwei macht sich seit Anfang Januar auf der griechischen Insel Lesbos ein Bild von der Flüchtlingssituation.
  • Jetzt hat er das Foto des syrischen Jungen Aylan Kurdi nachgestellt.
  • Das Kind war im September ertrunken, als seine Familie versuchte, vom türkischen Bodrum nach Griechenland überzusetzen.

Die Flüchtlingskrise hat viele Schauplätze, einer davon ist die griechische Insel Lesbos. Hier kommen Menschen auf Schlauchbooten an, die vor Krieg und Armut nach Europa fliehen. Seit Anfang des Jahres arbeitet auch Ai Weiwei auf Lesbos. Der chinesische Künstler beschäftigt sich dort mit Flüchtlingen.

Am Wochenende hat er nun ein Bild nachgestellt, das Anfang September um die Welt ging: Das Foto des syrischen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi, der die Überfahrt von der türkischen Küste mit seiner Familie nicht geschafft hatte. Der leblose Körper des Dreijährigen, angespült am Strand von Bodrum, hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Zahlreiche Zeitungen hatten das Bild abgedruckt.

Dass Ai Weiwei das Foto nun nachgestellt hat - nicht auf der türkischen, sondern auf der griechischen Seite - lenkt den Blick einmal mehr auf das Leid der Flüchtlinge und auf die Tausenden, die bisher bei der gefährlichen Fahrt über das Meer ums Leben gekommen sind.

"Es ist ein ikonisches Bild, weil es sehr politisch und menschlich ist und einen so wichtigen Künstler einbezieht", zitiert die Washington Post einen Mitbegründer der India Art Fair, der Kunstmesse, auf der gerade mehrere Bilder Ai Weiweis ausgestellt werden. Das Foto vom Strand soll kommende Woche gemeinsam mit einem Interview in der Zeitung India Today erscheinen.

Ai Weiwei selbst begründete seine Anwesenheit auf Lesbos mit den Worten, er müsse sich als Künstler mit den Kämpfen der Menschheit auseinandersetzen. Es gebe in Europa und im Rest der Welt zu wenig Aufmerksamkeit für die Situation der Flüchtlinge. "Die Grenze ist nicht auf Lesbos, sie ist in unseren Köpfen und unseren Herzen", sagte er bei seiner Ankunft auf der Insel.

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