Angesichts von Anarchie, Chaos, weit verbreiteten Plünderungen und immer weiter steigendem Wasserspiegel kündigte Gouverneurin Blanco die vollständige Evakuierung an. Alle 100.000 verbliebenen Einwohner sollen die Stadt für die kommenden drei bis vier Monate verlassen.

Die ersten von geschätzten 23.000 bis 30.000 Flüchtlingen, die in einem Football-Stadion Zuflucht gefunden hatten, verließen die Stadt in Buskolonnen. Es handelt sich um eine der größten Rettungsaktionen dieser Art in Amerika.

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80 Prozent von New Orleans stehen schon unter Wasser. (© Foto: SZ-Grafik)

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Der Monster-Hurrikan "Katrina", der am Montag mit Brachialgewalt eine Schneise der Verwüstung durch die Bundesstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama geschlagen hat, riss wahrscheinlich mehr Menschen in den Tod und richtete größere Schäden an als bislang angenommen. Das ganze Ausmaß der wohl größten Naturkatastrophe in den USA war auch am Mittwoch noch nicht absehbar.

Allein in Biloxi in Mississippi rechnen die Behörden mit mehreren hundert Toten unter den Schuttbergen zusammengestürzter Häuser. Nach den Worten von Gouverneur Haley Barbour ist ein 100 Kilometer langer Küstenstreifen zu 90 Prozent zerstört worden. Es habe wie nach einem Atomangriff ausgesehen, sagte er CNN. "Wenn Sie diese Zerstörung sehen, ist alles möglich", antwortete Barbour auf die Frage, ob sich die Zahl der Toten weiter erhöhen werde.

Halbe Millionen Menschen obdachlos

Allein in Louisiana sind mehr als eine Million Menschen obdachlos geworden. Für mehr als 2,5 Millionen Menschen brach in drei Bundesstaaten die Stromversorgung zusammen.

Angesichts von Anarchie, Chaos, weit verbreiteten Plünderungen und immer weiter steigendem Wasserspiegel kündigte Gouverneurin Blanco am Mittwoch die vollständige Evakuierung von New Orleans an.

Wegen der Wasserfluten bezeichnete sie die Hilfsaktionen für die rund 100.000 eingeschlossenen Einwohner als logistischen Albtraum. In einem verzweifelten Wettlauf gegen die Zeit versuchten Helfer weiter, Leben zu retten.

Leichen würden von den Rettungskräften in den Booten beiseite gestoßen, sagte Bürgermeister Ray Nagin. Häuser mit Toten würden mit roten oder schwarzen Zeichen markiert.

US-weit wurden nach Angaben des Nachrichtensenders CNN mehr als 125.000 Nationalgardisten alarmiert, um in der Katastrophenregion bei den Rettungsarbeiten und der Versorgung der Bevölkerung zu helfen. Die US-Marine schickte ein Schiff zur Trinkwasserversorgung, das auch 600 Krankenbetten an Bord hat, sowie mehrere Schnellboote zur Unterstützung.

In wenigen Tagen soll ein Lazarettschiff die Südküstenstaaten erreichen. Die Nationalgardisten sollen auch im Kampf gegen die Plünderer eingesetzt werden. Die Diebe sollen zu hunderten in den menschenleeren Straßen unterwegs sein und bepackt wie "Weihnachtsmänner" Säcke voller Lebensmittel aus den Geschäften schleppen.

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