Es war als seriöses Angebot getarnt: Die mutmaßlichen Pädophilen aus einer Berliner Kneipe haben ihren Opfern Aufträge als Fotomodelle versprochen. Die ahnungslosen Eltern hatten ihr Einverständnis erklärt.
Die mutmaßlichen Kinderschänder aus einer Kreuzberger Kneipe haben ihre Opfer zunächst als Models für Werbefotos angelockt. "Das war die Einstiegstür, danach sind die Jungen immer wieder gekommen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Er bestätigte damit einen Bericht des Tagesspiegels. Der 40 Jahre alte Lokalbesitzer soll auf die Jungen im Alter von 12 bis 17 Jahren sehr vertrauenerweckend gewirkt haben.
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Dem Duo wird vorgeworfen, in mehr als 50 Fällen minderjährige Jungen missbraucht oder Freiern ausgeliefert zu haben. Der 42-Jährige Komplize des Kneipenbesitzers soll trotz Wissens um seine HIV- Infektion mit drei Jungen sexuellen Kontakt gehabt haben. Ob sie infiziert wurden, ist nach Behördenangaben noch nicht bekannt. Die Männer waren am Mittwoch verhaftet worden.
"Es war sehr gut als seriöses Angebot getarnt", sagte ein Behördensprecher zu der Foto-Masche. So sollen der Kneipenbesitzer und sein Komplize von ihren Opfern verlangt haben, dass sich ihre Eltern auf Formularen mit den Aufnahmen einverstanden erklären. Die Jungen seien auch für die Bilder bezahlt worden. "Es waren aber keine großen Summen, was dazu beitrug, dass niemand misstrauisch wurde."
Die Ermittler gehen bislang von sieben bis acht Opfern aus. Dass weitere Kinder und Jugendliche betroffen sind, wird aber nicht ausgeschlossen. In der Kneipe in der Eisenbahnstraße soll sich das Duo vor allem im Sommer 2007 an den Jungen vergangen haben, nachdem sie sie mit Alkohol und Pornofilmen gefügig gemacht hatten. Von ihren Freiern wurden die Jungen auch bezahlt, einen großen Teil des Geldes behielten ihre Zuhälter jedoch für sich.
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(dpa/vs)
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