Von Von Patrick Illinger

Der Orkan lässt die Menschen genauso staunen wie der bislang mediterrane Winter. Leider kommt für all das aus der Klimaforschung die immergleiche Erklärung.

Um sich wieder einmal zu vergewissern, dass die Natur viel größer und stärker ist als der Mensch, musste man an diesem Donnerstag nur einmal die Nase in den Wind halten.

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Mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde rasten Luftmassen über Deutschland. In anderen Regionen der Erde nennt man sowas nicht einfach einen Sturm, dort heißt es Hurrikan oder Taifun.

Viele Menschen fragen nun, was ein solches Naturschauspiel plötzlich nach Westerland und Bad Tölz bringt, zumal die Sensibilität für Wetterfragen nach den meteorologischen Kapriolen von 2006 derzeit besonders ausgeprägt ist.

Auch der bislang mediterrane Winter lässt die Deutschen staunen. Leider kommt für all das aus der Klimaforschung die immergleiche, das urmenschliche Verlagen nach simplen Ursache-Wirkungs-Beziehungen enttäuschende Erklärung: Einzelne Extremwetter seien kein Beweis für den Klimawandel, sagen die Experten, bestenfalls ein Indiz.

Das ist in doppelter Hinsicht ärgerlich: In den seltenen Momenten, da die Bevölkerung sich um die Zukunft der Erde kümmert, müssen Klimaforscher die gefühlte Bedrohung mit mathematischer Sachlichkeit dämpfen. Und wenn der Sturm vorbei ist und am kommenden Sonntag der Winter endlich Einzug hält, wird das an sich so wichtige Thema Klimawandel wieder ein Problem für Experten.

Der wissenschaftlich korrekte Zusammenhang, wonach Stürme, Fluten und Dürren statistisch häufiger werden, auch wenn man kein einzelnes Ereignis dem Klimawandel zuschreiben darf, ist offenbar zu kompliziert. Bislang jedenfalls bringt das die Weltgemeinschaft nicht dazu, endlich den Ausstoß von Treibhausgasen zu beschränken.

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(SZ vom 19.01.2007)