Kolumbien Ecstasy soll legalisiert werden

Neben kleinen Mengen an Marihuana und Kokain soll es demnächst in Kolumbien auch legal werden, synthetische Drogen für den persönlichen Gebrauch zu besitzen. Der Vorstoß der Justizministerin stößt auch auf Kritik.

Sie sind Teil eines Wandels in der Haltung zum Drogenproblem in Kolumbien: Gesetze, die den Besitz kleiner Drogenmengen legalisieren statt ihn wie früher mit schweren Strafen zu belegen. In dem lateinamerikanischen Land wird die Rauschgiftthematik nicht mehr nur im kriminellen Zusammenhang, sondern auch als Suchtproblem und Aufgabe der Gesundheitspolitik gesehen.

Schon jetzt ist es erlaubt, Marihuana und Kokain für den persönlichen Bedarf mit sich zu führen. Nach dem Willen von Justizministerin Ruth Stella Correa soll demnächst ein Gesetz folgen, das auch den Besitz von "synthetischen Drogen" in geringem Ausmaß legalisiert. Die Ministerin kündigte den Gesetzesentwurf nach der Sitzung jenes Regierungsausschusses an, der die Drogenpolitik der vergangenen zehn Jahre aufarbeitet.

Correa verwies darauf, dass sich das kolumbianische Verfassungsgericht bereits für die Legalisierung von Marihuana und Kokain ausgesprochen habe. Bevor im Parlament über den Gesetzesentwurf abgestimmt werden kann, wird er vom höchsten Gericht des Landes und vom Generalstaatsanwalt geprüft.

Ein Politiker der kolumbianischen Grünen begrüßte den Vorstoß - Kritiker mahnen jedoch, dass die Debatte so unnötig komplizierter würde. Außerdem müsste vor Verabschiedung des Gesetzes geklärt werden, was genau in die Kategorie synthetische Drogen fällt: Ecstasy, Amphetamine - aber könnte von der Regelung zum Beispiel auch Heroin betroffen sein?

In den kommenden Monaten soll über den Gesetzesentwurf im kolumbianischen Parlament abgestimmt werden.