Wenn Verbrecher Fälschern auf den Leim gehen: Bei der kolumbianischen Anti-Drogen-Polizei stapeln sich gefälschte Meisterwerke von Renoir bis Rubens.

Die Räume der kolumbianischen Anti-Drogen-Polizei in Bogotá sind voll von Meisterwerken mit den Signaturen von Dalí, Renoir oder Rubens. Die Gemälde sind bei Drogenbossen sichergestellt worden, die sie für Millionen von Dollar gekauft haben, um damit ihre extravaganten Residenzen zu schmücken. Der Haken: Die Werke sind nicht echt.

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Auch Fälschungen sind eine Kunst: Ein Angestellter bereitet einen falschen Van Gogh für eine Ausstellung in Rom vor. (© Foto: Reuters)

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Dass die Neureichen der Drogenkartelle mangels Sachverstand zum Großteil Fälschern auf den Leim gehen, stellt sich oft erst nach aufwändigen Gutachten der beschlagnahmten Bilder bei der Polizei heraus. "Die Wände dieses Gebäudes sind voll von Werken ohne jeden künstlerischen Wert", sagt Omar Figueroa, der bei der kolumbianischen Rauschgiftbehörde DNE für beschlagnahmte Güter zuständig ist.

Bei 70 Prozent der beschlagnahmten Gemälde ist bereits sicher, dass es sich um Fälschungen handelt. Der Rest wird noch von Sachverständigen untersucht. Rund 500 solcher Gemälde von kolumbianischen und internationalen Künstlern befinden sich inzwischen im Besitz der DNE.

Figueroa erinnert sich beispielsweise an ein Werk des spanischen Surrealisten Salvador Dalí. Nachdem die Eigentümerin, die Ehefrau eines verurteilten Drogenbosses, ermordet wurde, entpuppte sich das Gemälde als Fälschung.

Für Gutachten fehlt das Geld

Jedes beschlagnahmte Gemälde wird dem Nationalmuseum in Bogotá zur Begutachtung übergeben. Dieses lagert die Fälschungen zunächst in Kellern ein, während die echten Meister im Museum ausgestellt werden.

Ein Gutachten könne Jahre dauern und erfordere manchmal auch die Hilfe von Experten für europäische Kunst, was für die Behörde kostspielig wird. "So einen Fall haben wir gerade mit einem Rubens, der bei Hernando Gómez Bustamante beschlagnahmt wurde", erzählt Figueroa.

Der Drogenboss Gómez Bustamante wurde 2004 in Kuba festgenommen und später an die USA ausgeliefert. Er zählte zu den Anführern des kolumbianischen Drogenkartells Norte Valle.

"Das Gemälde wird untersucht, aber wir müssten einen Spezialisten für diese Schule kommen lassen, und dafür fehlen uns die Mittel", sagt Figueroa. In diesem Jahr plant die DNE eine große Auktion, bei der sie auf Einnahmen von umgerechnet 100 Millionen Euro hofft.

Für 48 Millionen Euro hat sie nach eigenen Angaben innerhalb von zwei Jahren bereits beschlagnahmte Güter verkauft, darunter Autos, Flugzeuge, Boote oder Motorräder. Die Käufer haben entgegen der landläufigen Meinung kein Problem damit, Fahrzeuge oder Luxusgüter zu besitzen, die vorher berüchtigten Dealern gehörten, sagt Figueroa: "Es gab kein Misstrauen. Wir wollen nur sicherstellen, dass die verkauften Sachen nicht wieder zu den Drogenhändlern oder ihren Familien zurückkehren, indem sie über Strohmänner zurückgekauft werden."

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(AFP/hai)