König Juan Carlos von Spanien Persona non grata

Ganz Spanien hat König Juan Carlos seine umstrittene Elefantenjagd in Botswana verziehen. Ganz Spanien? Nein, eine Ortschaft im Nordosten des Landes will nichts mehr mit dem Monarchen zu tun haben. Und dabei ist die Großwildhatz noch nicht mal der einzige Grund.

Er hat sich entschuldigt und öffentlich bereut, doch Berga zeigt sich unversöhnlich. Die Ortschaft im Nordosten des Landes erklärte den 74-Jährigen zur unerwünschten Person. Die Entscheidung wurde auf der Website des 17.000-Einwohner-Ortes Berga veröffentlicht, nachdem der Gemeinderat eine entsprechende Vorlage verabschiedet hatte. Berga liegt rund 110 Kilometer nördlich von Barcelona.

Dabei scheint die umstrittene Elefantenjagd des Monarchen in Botswana nur der Tropfen gewesen zu sein, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. In der Erklärung heißt es laut einem Bericht von Ràdio Barcelona, der König sei nicht vom Volk gewählt worden, sondern habe seine Stellung vielmehr dem Diktator Franco zu verdanken. Außerdem sei schon sein Vorgänger Felipe V. verantwortlich gewesen für den Verlust nationaler Freiheitsrechte der Katalanen.

Viele Spanier hatten zunächst mit Unverständnis darauf reagiert, dass der Monarch während der schwersten Wirtschaftskrise in der Geschichte des Landes zu der kostspieligen Jagd nach Afrika aufgebrochen war. Nach einer Umfrage der Zeitung El Mundo akzeptierten aber 70 Prozent der Befragten die Bitte des 74-Jährigen um Entschuldigung. Die Reise Mitte April kam nur ans Licht, weil Juan Carlos sich in Botswana die Hüfte brach. In einer beispiellosen Geste bezeichnete er seine Teilnahme an der Jagd wenige Tage später als Fehler. Pikanterweise ist er auch noch spanischer Ehrenpräsident des Umweltschutzverbandes WWF.