Der Welt bleibt keine Wahl. Die UN-Klimaberichte haben deutlich gezeigt, dass alle vom Klimawandel betroffen sind. Aber die ärmsten Länder trifft es am härtesten. Jetzt muss gehandelt werden.
Vielleicht begann die Wende in einem winzigen Ostseebad im Juni 2007. Vielleicht war das der Augenblick, in dem die Klimapolitik endgültig nach ganz oben auf der globalen Agenda rückte. "Vor Heiligendamm verhielten sich die Industriestaaten wie Offiziere auf der Titanic, die erst lang diskutieren, ob da ein Eisberg vor ihnen schwimmt oder nicht", sagt Kevin Watkins. "Erst mit dem G-8-Gipfel hat sich das verändert."
Die Welt braucht ein neues gerechtes Klimabkommen aber wie soll es aussehen? (© Foto: dpa)
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Watkins ist Chefautor des UN-Weltentwicklungs-Berichts: "Jetzt müssen die reichen Staaten noch verstehen, dass sie bis 2050 mindestens 80 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen müssen." Mit diesem Bericht hatte Watkins Ende November ein neues Schreckensgemälde veröffentlicht. "Der Klimawandel", so heißt es darin, "schafft einen Automatismus immer größerer Verelendung, aus dem sich die Menschen nicht befreien können."
Die Verantwortung trägt eine Minderheit, die Last aber die Masse: in Entwicklungsländern, die mit Dürren und Überschwemmungen nicht zurechtkommen, an übervölkerten Küstenstreifen armer Staaten, die sich auf steigende Meeresspiegel kaum einstellen können.
Isolierte USA
Beschrieben ist das Dilemma inzwischen hinreichend. Doch die internationale Klimapolitik ist behäbig. Laufen die Dinge gut, schließt die Welt im Jahr 2009 ein neues Abkommen, das im Jahr 2013 das Kyoto-Protokoll ersetzt, bis 2020 gilt - und tatsächlich die Treibhausgasemissionen stark senkt.
Die diversen Klimakonferenzen des Jahres 2007 haben dazu immerhin einige Vorarbeit geleistet. Laufen die Dinge schlecht, verheddern sich die Staaten einmal mehr in Eifersüchteleien, in Ängsten um das eigene Wirtschaftswachstum.
Aber die Fronten verlaufen anders als noch vor wenigen Jahren. Die USA sind inzwischen isoliert. Noch vor Heiligendamm wollten sie allzu ambitionierten Klimaschutz verhindern. "Die USA haben starkes Interesse an unten stehenden Veränderungen", schrieb die US-Delegation über erste Entwürfe für die Heiligendamm-Deklaration - und strich sie gnadenlos zusammen.
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