Kämpferische Susanne Klatten: Die Milliardärin will als Zeugin auftreten, wenn gegen ihren mutmaßlichen Erpresser verhandelt wird.
Die Quandt-Erbin Susanne Klatten will gegen ihren Erpresser und früheren Liebhaber Helg Sgarbi vor Gericht aussagen. "Wenn eine Ladung des Gerichts erfolgt, wird Frau Klatten aussagen. Wir haben immer gesagt, dass wir vollumfänglich mit den Justizbehörden kooperieren", sagte ihr Sprecher der Bild am Sonntag.
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Bereit, ihrem Erpresser vor Gericht zu begegnen: Susanne Klatten. (© Foto: dpa)
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Ein Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft erklärte im Focus, Klatten und drei weitere erpresste Frauen würden als Zeuginnen vorgeladen, "sollte der Angeklagte die Vorwürfe nicht umfänglich eingestehen".
In dem Prozess, der am 9. März vor der 8. Strafkammer des Landgerichts München beginnt, wird Sgarbi vorgeworfen, die 46-jährige BMW-Erbin um sieben Millionen Euro betrogen und danach um weitere 49 Millionen Euro erpresst zu haben. Als Druckmittel soll Sgarbi Videoclips von intimen Treffen mit Klatten verwendet haben.
Bei ihren Ermittlungen stießen die Fahnder auf drei weitere Geschäftsfrauen, denen Sgarbi ebenfalls Liebe vorgetäuscht und sie dann um Hunderttausende betrogen haben soll. Anklage und Verteidiger sind sich laut Focus einig, dass Details der Beziehungen nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt werden sollen.
Erpresser stellte umfassende Aussage in Aussicht
Helg Sgarbi, der in Untersuchungshaft sitzt, hatte kürzlich im Spiegel erklärt, er wolle im Prozess "gegebenenfalls noch umfassend" aussagen. Dem 44-Jährigen drohen allein wegen Betrugs im besonders schweren Fall zehn Jahre Haft.
Er wurde im Januar vergangenen Jahres in Österreich festgenommen und im März nach Deutschland ausgeliefert. Für den Prozess gegen ihn sind zunächst vier Tage angesetzt.
Helg Sgarbi soll zudem einen italienischen Komplizen gehabt haben. Der Italiener Ernano B. Soll sich Medienberichten zufolge bei den Treffen mit Klatten in einem Nebenzimmer der Hotels einquartiert und von dort gefilmt haben. An den Komplizen soll auch Geld geflossen sein, das Sgarbi von den Frauen kassiert hatte. Ernano B. Wurde vor wenigen Tagen in Italien aus Mangel an Beweisen aus der Untersuchungshaft entlassen.
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(AP/grc)
Frauen in Saudi-Arabien
Susanne hat nach langem hin und her dem Vorsitzenden Richter der 8. Strafkammer die Erlaubnis erteilt, sie zu laden wenn nötig.
Das Hauptbeweismittel, Aufnahme des Beischlafaktes aus dem Zimmer Nr. 629 im Holiday Inn, in München, sollen unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt werden. So habe es Susanne bestimmt. Der Bürger soll im Fall Klatten seiner grundgesetzlichen Rechte, die Justiz in öffentlichen Verhandlungen zu beobachten, beraubt werden.
Gehts eigentlich noch dreister?
So wie es ausschaut, wird der Angeklagte unter erheblichen Druck gesetzt. Für den Fall das er sich verteidigt und nicht zu Kreuze kriecht, droht ihm die Höchststrafe 10 Jahre Freiheitsstrafe.
Dieses Verfahren wird am nächsten Montag der Öffentlichkeit einmal mehr darlegen wie es in unser Strafjustiz in München aussieht.
Wäre Susanne eine Bäuerin aus dem Bay. Wald, wäre es nicht einmal zur einer Anklage gekommen. Wahrscheinlich hätte man sie bereits der Polizei heimgeschickt.