Projekt Fingerscanning: Berliner Kitas planen, die Fingerabdrücke von Eltern zu nehmen. Schutz für die Kinder oder Überwachungsstaat?

Wenn die Mutter und der Vater keine Zeit haben, das Töchterchen aus der Kita abzuholen, springt schon mal die Nachbarin oder ein Freund ein. Wie aber sollen die Kindergärtnerinnen wissen, ob es tatsächlich Vertrauenspersonen sind, die das Kind in ihre Obhut nehmen?

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Nur wenn der Fingerabdruck stimmt, sollen Eltern ihre Kinder aus der Tagesaufsicht abholen können. (© Foto: iStockphotos)

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Für evangelische Kindertagesstätten in Berlin-Mitte gibt es deshalb radikale Überlegungen: Sie planen, aus Sicherheitsgründen künftig die Fingerabdrücke der Eltern zu scannen.

Die Geschäftsführerin der Kitas im Kirchenkreis Mitte, Kathrin Janert, bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der RBB-Welle RadioBerlin. Demnach sollen Erziehungsberechtigte ihre Fingerabdrücke hinterlassen, wenn sie die Kinder in die Kita bringen und von dort abholen.

Dies soll verhindern, dass Unbefugte die Kinder abholen. Das sogenannte Fingerscanning soll zunächst in einem dreimonatigen Probelauf in der Zions-Kita in der Griebenowstraße getestet werden, der Scanner hängt bereits. In dieser Einrichtung werden 85 Kinder betreut.

"Wenn der Test erfolgreich ist, prüfen wir, ob das Verfahren auch an den anderen 16 Kitas des Kirchenkreises Mitte eingeführt wird", sagte Janert der Deutschen Presse-Agentur. Es werde jedoch nichts ohne die Zustimmung der Eltern geschehen.

Nicht gegen den Willen der Eltern

Der Testlauf starte erst dann, wenn die große Mehrheit der Eltern einverstanden sei. "Wir laden die Eltern ein, diesen Weg auszuprobieren."

Eine Elternversammlung dazu habe es bereits gegeben. Janert verwies darauf, dass die Zions-Kita unübersichtlich sei und nicht gewährleisten könne, dass die Kinder in jedem Fall nur von Erziehungs- oder Abholberechtigten abgeholt werden.

Das Fingerscanning könnte dem Personal die Übersicht erleichtern. Nach den Worten der Geschäftsführerin sollen sich die abgegebenen Fingerabdrücke nur jeweils dem Vornamen eines Kindes zuordnen lassen beziehungsweise dem Vornamen und dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens, falls es mehrere Kinder mit dem gleichen Vornamen in der Kita gibt.

Nach einer Woche würden die Daten wieder gelöscht. "Es ist nicht in unserem Interesse, Daten zu speichern oder für andere Zwecke zu nutzen", sagte Janert.

Ob das aber wirklich beruhigt?

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(dpa/mmk)