Kirche von England Frauen dürfen Bischöfinnen werden

Eine Jahrhundertreform: Die anglikanische Mutterkirche in England will künftig Frauen für das Bischofsamt zulassen. Vor zwei Jahren war das Votum noch knapp gescheitert und hatte für heftige Diskussionen gesorgt. Das letzte Wort liegt bei der Queen.

  • Mehrheit der anglikanischen Synode stimmt für die Freigabe des Bischofsamtes für Frauen.
  • Im November 2012 war das Votum gescheitert und hatte die Kirche in eine Krise gestürzt.
  • Schon jetzt ist ein Drittel des anglikanischen Klerus in England weiblich.
  • Die finale Entscheidung liegt bei Königin Elizabeth II.

Anglikanische Mutterkirche lässt Frauen für Bischofsamt zu

Nach jahrelangen kontroversen Debatten hat sich die anglikanische Kirche von England für eine Zulassung von Frauen zum Bischofsamt ausgesprochen. Die Entscheidung traf die Synode der anglikanischen Mutterkirche in der nordenglischen Stadt York. Es ist ein starkes Signal an die anderen Mitglieder der Anglikanischen Gemeinschaft mit ihren weltweit ungefähr 80 Millionen Gläubigen. Noch im laufenden Jahr könnten in England die ersten Bischöfinnen geweiht werden.

Zu der Frage gab es in York drei Abstimmungen: Die Bischofskammer ließ das Vorhaben mit 37 Jastimmen gegen zwei Neinstimmen bei einer Enthaltung passieren. In der Priesterkammer wurde es mit 162 gegen 25 Stimmen bei vier Enthaltungen angenommen. In der Laienkammer kamen 125 Jastimmen bei 45 Neinstimmen und fünf Enthaltungen zusammen.

Zögerliche Entwicklung

Die Anglikaner in England öffneten 1992 das Priesteramt für Frauen. Einige anglikanische Kirchen haben seitdem auch weibliche Bischöfe zugelassen, darunter die Kirchen von Wales, Kanada, Australien und den USA. Eine entsprechende Reform in der Kirche von England scheiterte aber im Jahr 2012 knapp an den Stimmen der Laien. Das Verfehlen der Mehrheit stieß damals in der britischen Öffentlichkeit und Politik auf Spott und Kritik. Danach hatte sich das geistliche Oberhaupt der Kirche, Justin Welby, immer wieder dafür ausgesprochen, weibliche Bischöfe durch die Synode zuzulassen. Es sei aus theologischer Sicht ein Fehler gewesen, Frauen von den höchsten Kirchenämtern auszuschließen, sagte Welby der BBC. "Wir waren über Jahrhunderte in unserer Kultur verfangen, wie es Kirchen immer wieder passiert." Die Frage hat die Kirche tief gespalten. Ein Drittel des anglikanischen Klerus in England ist inzwischen weiblich.

Am Morgen war Premierminister David Cameron kurz in York aufgetreten, um seine Unterstützung für Welby auszudrücken.Nach der Abstimmung gratulierte Vize-Premierminister Nick Clegg dem Erzbischof von Canterbury. Die Reform muss nun dem britischen Parlament zur Debatte vorgelegt werden. Das letzte Wort hat dann Königin Elizabeth II., die von Amts wegen an der Spitze der Kirche von England steht.