Kirche in Großbritannien Frauen dürfen Bischöfe werden

Die Traditionalisten sind verbittert und enttäuscht: Die Kirche von England will künftig auch Frauen uneingeschränkt zur Bischofsweihe zulassen.

Das Bischofsamt in der Kirche von England soll künftig in vollem Umfang auch für Frauen zugänglich sein. Mit diesem Beschloss der Generalsynode in York ging die anglikanische Kirche am Montagabend auf Konfliktkurs zu den Traditionalisten, die sich zunehmend entfremdet fühlen.

Kirche in Großbritannien

Bald in England: Bischofshut auch für Frauen.

(Foto: Foto: Getty)

Als geistiges Oberhaupt der anglikanischen Christen sagte der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, die Befugnisse einer Bischöfin dürften nicht enger gefasst werden als bei einem männlichen Kirchenführer. Die Priesterweihe von Frauen wird in der anglikanischen Kirche seit 1994 praktiziert. Mit der ersten anglikanischen Bischöfin wird frühestens im Jahr 2014 gerechnet.

Die Traditionalisten äußerten sich enttäuscht und verbittert über die Beschlüsse der Generalsynode. Ein Bischof brach in Tränen aus, als er darüber klagte, wie wenig die Kirche bereit sei, der Minderheitenfraktion entgegenzukommen. Hunderte von Traditionalisten haben damit gedroht, aus der Kirche auszutreten. Neben der Frage der Bischofsweihe von Frauen spielt dabei auch die tolerante Haltung der Kirchenführung gegenüber Homosexuellen eine Rolle. Dieses Thema steht im Mittelpunkt der "Lambeth Conference" aller anglikanischen Bischöfe, die am 16. Juli beginnt.

Außerhalb von England haben bereits 15 weitere anglikanische Kirchen die Bischofsordination von Frauen zugelassen. Auch die Episkopalisten in den USA werden von einer Frau geführt, Katharine Jefferts Schori.