Kirche in Deutschland Weniger Menschen treten aus der Kirche aus

Gläubige beim Ökumenischen Festgottesdienst im Dom St. Petri in Bautzen (Sachsen).

(Foto: dpa)
  • Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche ist zurückgegangen. Sie lag 2016 bei 162 093 Personen (Vorjahr: 181 925).
  • Aus der evangelischen Kirche traten 190 000 Menschen aus.
  • Die Bischofskonferenz teilte mit, man wolle den Ausgetretenen aktiv nachgehen, um das Handeln der Kirche kritisch zu überprüfen und auch neu auszurichten.

Die, aus Kirchensicht, gute Nachricht zuerst: Im Jahr 2016 ließen sich wieder mehr Menschen taufen. Insgesamt bekamen 171 531 Menschen den Segen erteilt, das sind etwa 4000 mehr als im Vorjahr.

Dafür kamen weniger Gläubige in die Gottesdienste, es ließen sich weniger Paare kirchlich trauen und weniger Menschen als im Vorjahr traten der Kirche bei.

Ausgetreten aus der katholischen Kirche sind 162 093 Personen, diese Zahl ist also leicht rückläufig zum Vorjahr, als knapp 20 000 Menschen mehr ausgetreten waren (181 925). Die evangelische Kirche hat etwa 190 000 Mitglieder verloren.

Pater Hans Langendörfer, der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, bezeichnete das Plus an katholischen Taufen als "lebendigen Wunsch, in dieser Kirche verankert zu sein". Der Kirchenaustritt sei dagegen "eine Form der Distanzierung, die in anderen Ländern nicht möglich ist." Jeder einzelne Fall zeige, dass die Weitergabe des kirchlichen Glaubens nicht vollständig gelungen sei. "Wir müssen den Menschen, die weggehen, aktiv nachgehen, um ihre Beweggründe zu verstehen und unser Handeln danach kritisch zu überprüfen, um es da - wo notwendig - auch neu auszurichten."

Die Katholiken machen in Deutschland 28,5 Prozent der Gesamtbevölkerung aus (23 581 549 Kirchenmitglieder), Evangelisch sind 21 922 000 Menschen.