Kindesmissbrauch Das Verdächtige im Alltäglichen

Fast alle, die mit den Bildern umgehen, sprechen von "Material".

Damit umzugehen . . .

Kann man das trainieren?

Suchen, ohne zu sehen?

Sehen, ohne zu begreifen?

Begreifen, ohne zu fühlen?

Ja, schon. Es gebe da Vorkehrungen, sagt der Fahnder. Paketseminare. Man könne immer untereinander reden. Oder auch mit dem psychologischen Dienst der Polizei. Es wird härter, seit er einen Sohn hat, der nette Mann von 38 Jahren, der Sohn ist jetzt zweieinhalb Jahre alt. Bilder, auf denen Babys oder Kleinkinder misshandelt werden, da macht man sich natürlich Gedanken über das eigene Kind. Und den Umgang. Ob man beispielsweise noch etwas tun sollte wie: gemeinsam in der Badewanne sitzen.

Wäre man eine Behörde, würde man jetzt sagen: Es ist die Erfahrung eines vollumfänglichen Unschuldsverlustes.

Die jüngere Kollegin, 28, ist erst seit letztem Winter in der Abteilung. "Man wird aufmerksamer, guckt zweimal hin, wenn man an Kindergärten oder Spielplätzen vorbeikommt und einen Mann sieht, der einem Kind hilft, das gerade hingefallen ist."

Auf einem Lehrgang hat die junge Fahnderin gelernt, dass gerade die alltägliche eine verdächtige Situation sein kann. Kinder fallen auf Spielplätzen hin. Pädophile helfen auf Spielplätzen Kindern wieder auf. Das ist eine schreckliche Formel; aber sie geht oft auf. Es gelten sozusagen die moralischen Grundrechenarten nicht mehr, wenn Eltern zu Tätern und Onkel zu "Usern" werden.

"Man geht schon anders durchs Leben", sagen beide Fahnder. Aber sie hätten ja Anrecht auf vier Stunden Betriebssport, Fußball, Joggen - "wo man wieder frei werden kann im Kopf".

Vier Stunden in der Woche?

Nein. Vier im Monat.