Heftige Kritik an den Jugendämtern hat der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe Direkt geäußert. Er attestiert dem Land eine "Strukturkrise".
Mit scharfer Kritik an der gesellschaftlichen Stellung von Kindern in Deutschland hat die Deutsche Kinderhilfe Direkt (Berlin) auf die Tragödien von Plauen und Darry reagiert.
Anzeige
Es gebe "ein gesellschaftliches Grundproblem damit, dass Kinder in die Ecke geschoben und als Störenfriede wahrgenommen werden", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe Direkt, Georg Ehrmann, dem Bayerischen Rundfunk.
Die Fälle mit insgesamt acht getöteten Kindern in Sachsen und Schleswig-Holstein seien keine Einzelfälle, sondern wiesen auf eine "Strukturkrise" in Deutschland hin.
Die Kinder- und Jugendhilfe sei finanziell stark heruntergefahren worden, so dass die Jugendämter sehr schwere Arbeitsbedingungen hätten. "Wir sind aber auch seit vielen Jahren der Qualitätsdebatte ausgewichen", kritisierte Ehrmann. Zum staatlichen Wächteramt gehöre es auch, das Kindeswohl gegen den Willen der Eltern durchzusetzen. "Diese Erkenntnis aber ist in vielen Jugendämtern noch nicht angekommen."
Die Jugendämter könnten im Vorfeld bereits überforderte Mütter unterstützen, "sie tun es nur nicht." Das Thema sei, "auch wenn es politisch nicht so gern gehört wird, ein typisches Unterschichtenproblem", sagte Ehrmann. Erziehungsunfähige Eltern finde man fast ausschließlich in der Unterschicht.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(dpa/bica/gba)
Kanzlerin Merkel und die Macht
Ergänzend möchte ich die in den Medien präsentierte Rolle der Familie anführen. Frauen, die aus ihr ausbrechen, werden als emanzipiert bejubelt. Ehemänner werden oft als zahlende Trottel dargestellt. Auch angepasste "konservative" Politiker tragen mit der permanenten Infragestellung der normalen Familie zu den Auflösungserscheinungen der kleinsten und wichtigsten Zelle unseres Staates bei.
Die nicht hinterfragte Gewährung der staatlichen Hilfe beweist täglich: Die Ausschüttung und Aufstockung staatlicher Prämien nach Kinderzahl beseitigt weder den "Störfaktor" Kind in der freien Entfaltung lebensgieriger Eltern noch die Gier der Empfänger beim Griff in die Geldbeutel der Steuerzahler. Auch in den Jugendämtern hat sich noch nicht herumgesprochen: Wirksame Kinderhilfe besteht nicht darin, werktags bis 16 Uhr am Schreibtisch zu sitzen und Formulare auszufüllen. Die Zustände in Familien sind nur vor Ort erkennbar. Dort würde man sehen, dass pekuniäre staatliche Hilfe alleine ihren Zweck oft verfehlt und vor allem nicht ausreichend ist.
wenn solche leute tätig sind
"Die Jugendämter könnten im Vorfeld bereits überforderte Mütter unterstützen, "sie tun es nur nicht." Das Thema sei, "auch wenn es politisch nicht so gern gehört wird, ein typisches Unterschichtenproblem", sagte Ehrmann. Erziehungsunfähige Eltern finde man fast ausschließlich in der Unterschicht."
warum werden wieder nur mütter unterstützt und väter ausgeschlossen, können die nicht überfordert sein??
und gewalt gibt es in allen schichten unabhängig vom fianziellen und sozialen stand, das sollte der gute herr schon wissen
ich glaube viele kinder von promis, die nicht gerade zur unterschicht gehören würden ihre eltern als erziehungsunfähig bezeichnen, nicht umsonst sind diese kinder so oft verhaltensauffällig
welche die Rollen von Kindern im Fernsehen analysiert hat. Danach wurden Kinder fast ausschließlich als Problemkinder (Drogensucht, Laden- und Autodiebstahl) dargestellt, als Schmutz oder Kostenverursacher (Fernsehwerbung, dann meist in einer strahlend weißen Villa, mit dickem Auto vor der Tür), als verzogene Zicken oder pubertierende, störrische Teenager. Zumeist als Kinder alleinerziehender Väter oder Mütter oder als Streitpunkt eines sich gerade in Scheidung befindlichen Paares.
Bis auf eine Vorabendserie im ZDF fand sich keine Fernsehsendung oder -werbung die eine durchschnittliche Familie, d.h. mittleres Einkommen und ein oder zwei Kinder gezeigt hätte.
Nach meinem Dafürhalten ist das Auseinanderdriften von medial präsentierten Rollenbildern (inkl. des grenzenlosen Konsums) von der Realität mit verantwortlich für die Problematik. Es fehlt die sichtbare Normalität des Kindererziehens mit all den damit verbundenen Problemen und chaotischen Begleitumständen ...
Wirklich nicht. Weil jemand es sich leisten kann die Kinder bei jemandem abzustellen wenn er gerade keinen Bock drauf hat ist er noch lange nicht erziehungsfähig und nein man ist auch nicht in der Unterschicht weil man nicht erziehungsfähig ist sondern weil es verd**t schwierig ist aus der Schicht in der man ist in eine höhere zu wechseln. Sie wissen schon Ungleiche Chancen auf der Schule, die finanziellen Voraussetzungen sind um einiges schlechter ... Das hat alles nix aber auch gar nix mit den Fähigkeiten der Eltern zu tun.
Das Thema ist in den Foren schon häufig angesprochen worden und oft ist der Grundtenor der Gleiche: Dieses Land ist in der Grundstruktur kinderfeindlich.
Alle Maßnahmen, die das Gegenteil beweisen sollen, haben Alibifunktion oder sind gerade so das Notwendigste. Es ist eben genau nicht umgekehrt, wie es eigentlich sein müsste, nämlich, dass Kinder das Normalste und Allgegenwärtigste sind, sondern sie werden als lästiges übel abgetan, das dem gewünschten stromlinienförmigen Ablauf der Gesellschaftsprozesse im Wege steht. Und aus dieser Grundströmung heraus urteilen Gerichte, handeln Hausverwalter und sonstige Verwaltungen und machen den verbliebenen Eltern mehr oder weniger nach Belieben das Leben schwer, denn Kinder richten sich nun einmal in keinster Weise nach den Regeln eines abgehobenen Staats- und Gesellschaftsverständnis aus.
Paging