Eine grausige Entdeckung haben Soldaten in einem Waisenhaus in Bagdad gemacht. Sie stießen dort auf rund zwanzig völlig verwahrloste Kinder. Selbst Ärzte hielten sie zunächst für tot.

Die Soldaten hätten die Jungen, die am Boden lagen, zunächst für tot gehalten, hatte der Fernsehsender CBS zuvor unter Berufung auf einen anderen Armeesprecher berichtet.

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"Sie ließen einen Basketball auf den Boden fallen, um zu sehen, ob sie reagieren, und wirklich, eines der Kinder hob den Kopf, wandte sich um, schaute und legte sich wieder hin. 'Oh, sie leben', sagten sie (die Soldaten)", sagte der Sprecher weiter.

Insgesamt hätten in der staatlichen Einrichtung 24 stark vernachlässigte und teils fast verhungerte Jungen vor sich hin vegetiert. Ein Kind sei in einem besonders erbärmlichen Zustand gewesen.

Ärzte hätten den Jungen zunächst für tot gehalten, weil "Tausende Fliegen seinen Körper bedeckten", berichtete der Sprecher. "Fliegen im Mund, auf den Augen, in Nase, Ohren, alle vom Schlafen auf dem Betonboden offenen Wunden ausfressend."

Der Junge sei so schwach gewesen, dass er kein Körperglied mehr habe bewegen können - nur die Augäpfel. Die Vorratsschränke der Betreuer seien dagegen voll gewesen, berichtete CBS. Die US-Armee versorge die Kinder medizinisch. Regierungschef Nuri al-Maliki ordnete nach Angaben seines Büros die Bestrafung der Verantwortlichen an.

Amerikaner setzen Offensive fort

Die US-Armee setzte im Irak ihre Großoffensive fort. In den ersten Stunden wurden offiziellen Angaben zufolge mindestens 30 al-Qaida-Extremisten getötet. Eine Lenkrakete habe einen Unterschlupf der radikal-muslimischen Organisation in der Provinz Dijala zerstört, teilte das Militär am Mittwoch mit.

Zudem seien in der Umgebung der Stadt Bakuba drei Waffenlager ausgehoben oder zerstört worden. Dabei seien den Soldaten Sturmgewehre, Handgranaten und Raketenwerfer in die Hände gefallen. Darüber hinaus seien insgesamt 14 Bomben sichergestellt worden, zehn davon seien vergraben gewesen.

"Der Einsatz hat gerade erst begonnen und wir werden die Al-Kaida schlagen, egal, wo sie sich versteckt", erklärte Brigadegeneral Mick Bednarek, der Vize-Kommandeur der Offensive "Arrowhead Ripper". An dem Einsatz sind 10.000 US-Soldaten beteiligt. Sie werden von rund 2000 irakischen Soldaten und Polizisten unterstützt.

Die Offensive richtet sich gegen eine Hochburg der sunnitischen Extremisten, die für viele Bombenanschläge in Bagdad verantwortlich gemacht werden. Die Zahl der Todesopfer eines der größten Attentate in der Hauptstadt in jüngster Zeit stieg auf 87. Am Dienstag hatte ein mutmaßlicher al-Qaida-Attentäter einen mit Sprengstoff gefüllten Lastwagen vor einer schiitischen Moschee explodieren lassen.

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(AFP/Reuters)