Ein 47-Jähriger hat den jahrelangen sexuellen Missbrauch seiner Stieftochter gestanden: Neben den körperlichen Übergriffen setzte der Mann dem Mädchen auch verbal grausam zu.
Jahrelang hat ein 47-Jähriger seine heute 14 Jahre alte Stieftochter missbraucht. Am Freitag gestand der Mann aus Neumünster die Taten unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Kieler Landgericht.
Der 47-jährige Angeklagte hat den sexuellen Missbrauch seiner Stieftochter vor dem Kieler Landgericht eingeräumt. (© Foto: dpa)
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Die Anklage wirft ihm schweren sexuellen Kindesmissbrauch vor: Von 2001 bis 2009 soll der Mann in mindestens elf Fällen seine Stieftochter unsittlich berührt und in fünf Fällen sogar vergewaltigt haben - das erste Mal, als das Mädchen neun Jahre alt war.
Verbale Grausamkeiten
Dem Kind, das sich vor Schmerzen wand, sagte er: "Du willst es doch auch", so Staatsanwältin Melanie Schmautz. Als sie einmal nicht tat, was er wollte, habe er mit: "Oh Gott, bist Du langweilig!" reagiert.
Laut Anklage machte der Stiefvater auch Nacktfotos von dem Kind, die er auf seinem PC speicherte. Mit Aussagen wie "Du musst Dir einfach denken, das wäre ein Lolli" habe der Mann seine Stieftochter zu den sexuellen Handlungen gezwungen, sagte die Staatsanwältin.
Als das Mädchen ihn schließlich gefragt habe, wieso er sie nicht als Tochter ansehen könne, habe er erwidert, dazu sei sie zu alt und außerdem nicht sein Kind.
Schließlich habe der Mann aber angesichts des Ekels und Widerwillens des Mädchens von ihr abgelassen.
Bereitschaft zur Therapie
Der 47-Jährige sitzt seit Juni in Haft. Die 14-Jährige hatte sich in ihrer Not erst Mitschülerinnen, dann einer Lehrerin und dem Kinderschutzbund offenbart. Dieser schaltete dann die Polizei ein.
Der Angeklagte sehe ein, dass er therapiebedürftig sei, sagte sein Verteidiger Philipp Marquort vor Prozessbeginn. Er wolle mit seinem Geständnis der Stieftochter auch die Aussage vor Gericht ersparen.
Das Mädchen ist Nebenklägerin in dem Verfahren - allerdings erschien die 14-Jährige nicht selbst im Gerichtssaal. Ihre Vernehmungen vor den Ermittlungsbeamten wurden auf Video aufgezeichnet. In dem Prozess soll auch ein Sachverständiger für Sexualmedizin und Psychiatrie gehört werden.
Schwerer sexueller Kindesmissbrauch wird mit zwei bis 15 Jahren Haft bestraft. Das Verfahren soll am kommenden Mittwoch fortgesetzt werden.
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(dpa/jobr/bica)
Studie von UN-Kinderhilfswerk
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Das dies ausgerechnet eine dpa Meldung ist, wundert mich. Endlich findet auch die Psyche eines Opfers in den Medien Beachtung. Lange hat es in Deutschland gedauert! Aussagen wie "du willst es doch auch" oder "du bist langweilig" sollen das schutzbefohlene Kind unter Druck setzen, damit es mitzieht.
Wo war eigentlich die leibliche Mutter des Mädchens?
Die Reaktion des Mannes zeigt, dass er sich seiner Triebe bewusst ist, diese aber nicht kontrollieren kann (pathologisch bedingt). Ob da eine Therapie anschlägt ist fraglich. Bei vielen Triebtätern müsste ein medizinischer Eingriff oder eine medikamentöse Behandlung unter Beobachtung erfolgen, damit diese nie wieder eine Gefahr für Kinder und Frauen darstellen.