Im Erzbistum Paderborn hat es in den vergangenen acht Jahren drei Fälle von Exorzismus gegeben - in einem Fall durch einen Kirchenmann aus Bayern. Auch der Augsburger Bischof Mixa soll Exorzismen veranlasst haben.
Einige Stunden schürten Medienberichte die Gerüchte, dann machte es Ägidius Engel offiziell: "Es ist eine Bitte an Gott um Hilfe", sagte Ägidius Engel, der Sprecher des Erzbistums Paderborn, und bestätigte damit mehrere Teufelsaustreibungen in der Kirchenprovinz.
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Der Augsburger Bischof Walter Mixa soll Exorzismen in Auftrag gegeben haben. (© Foto: ddp)
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Kirchensprecher Engel sagte zu sueddeutsche.de, bei den Betroffenen handele es sich um "seelisch höchst notleidende Menschen". Nach der Prüfung durch erfahrene Seelsorger erstellten Pastoralpsychologen und Psychiater ein Gutachten. Wenn die Gutachter keine psychische Störung feststellen könnten und sagten, "wir sind mit unserem Latein am Ende", käme eine solche "Liturgie zur Befreiung" in Frage.
Engel betonte, dass es sich ausschließlich um Fälle handelte, in denen auch Fachleute meinten, dass "da eigentlich nur noch der liebe Gott helfen" könne.
Sollte dies eintreffen, gebe der Erzbischof die sogenannte Liturgie der Befreiung in Auftrag, schließlich sei das auch "Pflicht des Bischofs", so Engel. Exorzismus bezeichnet das Austreiben des Bösen. Laut Engel haben die Exorzismen "Gottesdienstcharakter".
Zuvor hatte bereits der Bayerische Rundfunk von der Causa berichtet. Das Erzbistum habe eingeräumt, einen bayerischen Exorzisten offiziell mit einer Teufelsaustreibung beauftragt zu haben.
Unklar ist bislang, von welchem bayerischen Bistum die Paderborner den Exorzisten geholt haben. Der Paderborner Bistumssprecher wollte zu der Personalie nichts weiter sagen. "Es bleibt bei der Sprachregelung: Ein Priester aus Bayern."
Bischof Mixa soll Exorzismen veranlasst haben
Wie der Bayerische Rundfunk mittlerweile erfahren haben will, soll der Augsburger Bischof Walter Mixa in Bayern einen Exorzisten zur Teufelsaustreibung beauftragt haben. Der Sender berief sich dabei auf eine nicht näher genannte Quelle. Nach Aussagen "verschiedener Beteiligter" werde in Deutschland beinahe täglich ein Exorzismus vollzogen, meist inoffiziell und ohne Wissen der Diözesen.
Zuvor hatte das Augsburger Ordinariat Teufelsaustreibungen grundsätzlich bestätigt. In einer Stellungnahme hieß es, bei jeder Taufe werde ein Exorzismus-Gebet gesprochen, das den Täufling den Mächten des Bösen entziehe und ihn "unwiderruflich der Liebe Jesu" empfehle. Exorzismus habe als "Befreiungsgebet" mit spektakulären Klischees nichts zu tun.
Der "große Exorzismus" werde auf Wunsch des Betroffenen nur mit spezieller Genehmigung des Bischofs durchgeführt, hieß es in der Stellungnahme weiter. Es handle sich dabei um Einzelfälle, die der seelsorgerischen Verschwiegenheit unterlägen.
"Wenn ein entsprechender Wunsch eines Betroffenen an die Kirche herangetragen wird, wird jeweils sorgfältig geprüft, ob es sich im Einzelfall nicht um medizinische Indikationen, insbesondere um psychische oder geistige Krankheiten handelt", hieß es.
Individuell gewünschte Befreiungsgebete (großer Exorzismus) stellen insgesamt jedoch seltene Einzelfälle dar. Im Bistum Augsburg scheint kein Exorzismus betrieben zu werden. "Mir ist kein Fall bekannt", sagte Christoph Goldt, der Pressesprecher von Bischof Walter Mixa, zu sueddeutsche.de.
Zwei Dankesbriefe an den Bischof
Aus dem Erzbistum München und Freising scheint der Auftrag zur Teufelsaustreibung zumindest nicht zu stammen. "Erzbischof Marx hat niemanden dazu beauftragt", hieß es aus dem Erzbischöflichen Ordinariat in München. Man habe die vergangenen 15 Jahre untersucht und keinen Fall von Exorzismus gefunden, so eine Sprecherin zu sueddeutsche.de. Die Angabe bedeute nicht, dass es vor 1993 Austreibungen gegeben hätte.
Ägidius Engel, der Erzbistumssprecher aus Paderborn, berichtete davon, dass es positive Reaktionen nach Exorzismen gegeben habe. "Wir haben bei zwei Fällen eine Heilungszusage in Form von Dankbriefen an den Erzbischof."
Im dritten Fall sei der Exorzismus abgebrochen worden, sagte Engel. Mehr Information dazu habe er nicht.
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(sueddeutsche.de/ihe/dgr)
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Der Mensch ist gut! Da gibt es nichts zu lachen! In Lesebüchern schmeckt das wie Kompott. Der Mensch ist gut. Da kann man gar nichts machen. Er hat das, wie man hört, vom lieben Gott.
Einschränkungshalber spricht man zwar von Kriegen. Wohl weil der letzte Krieg erst neulich war . . . doch: ließ man denn die Krüppel draußen liegen? Die Witwen kriegten sogar Honorar!
Der Mensch ist gut! Wenn er noch besser wäre, Wär er zu gut für die bescheid'ne Welt. Auch die Moral hat ihr Gesetz der Schwere: Der schlechte Kerl kommt hoch - der Gute fällt.
Das ist so, wie es ist, geschickt gemacht. Gott will es so. Not lehrt bekanntlich beten. Er hat sich das nicht übel ausgedacht und lässt uns um des Himmels willen treten.
Der Mensch ist gut. Und darum geht's ihm schlecht. Denn wenn's ihm besser ginge, wäre er böse. Drum betet: 'Herr Direktor, quäl uns recht!' Gott will es so. Und sein System hat Größe.
Drum seid so gut: und seid so schlecht, wie's geht! Drückt Löhne! Zelebriert dieverse Messen! Der Himmel hat für so was immer Interessen. - Der Mensch bleibt gut, weil er den Kram versteht.
Vernunft und Poesie gepaart, ist selten in der deutschen Art.
Ein rares Beispiel dafür bot, der Erich Kästner. Leider tot. (Herbert Rosendorfer)
So, dies folgende Gedicht könnte den Eindruck erwecken, es wende sich gegen masochistische Auswüchse der christlichen Moral. Der Eindruck wäre richtig.
"Wenn Ihnen mein Nazi Beispiel nicht passt, dann nehmen Sie eben Stalin - oder war der auch kein Atheist?"
Doch: Bloß, dass dessen Atheismus nicht als Ursache für seine Gewalt herhalten kann. Im Gegensatz zu so vielen kleinen wie großen Konflikten, die ihre Gründe im Theismus haben.
Wenn die Leute an Exorzismus glauben, dann ist er auch Real.
Gedanke ist, Gedanke erschafft.
Wissen Sie, das ist das Problem an dieser Art an Diskussion: viele beherrschen die einfachsten Gesetze der Logik nicht und ziehen dann falsche Schlüsse. Ich habe behauptet, dass Kirche und/oder Religiosität keine notwendige Bedingung für das Auftreten von Krieg und Verbrechen an Völkern usw. ist. Um diese Behauptung zu beweisen reicht ein Gegenbeispiel. Wenn Ihnen mein Nazi Beispiel nicht passt, dann nehmen Sie eben Stalin - oder war der auch kein Atheist?
Keineswegs habe ich behauptet, Hitlers Atheismus habe die Verbrechen des Nationalsozialismus bedingt. So eine Behauptung kann sowieso nie bewiesen werden, deshalb wäre sie nur Spekulation.
Außerdem müssen Sie unterscheiden zwischen der nationalsozialistischen Ideologie (die zugegebenermaßen in manchen Bereichen schwer zu fassen ist) und den Betreibern und Werkzeugen dieser Ideologie. Dass die meisten von diesen getauft waren ist - natürlich - historisch bedingt, da dies einfach üblich war damals.
Und noch was: auch heute noch ist es in vielen Gegenden üblich Kinder taufen zu lassen - aber sind diese danach zwangsläufig gläubige Christen?
Sie sehen also: "sonnenklar" ist hier gar nichts.
Im Podcast-Angebot des WDR findet sich eine "Diesseits von Eden"-Sendung vom
18.05., die auch Exorzismus zum Schwerpunkt hatte und u.a. einen Beitrag
von Marcus Wegner enthält, der die Recherchen des Features gut auf den
Punkt bringt:
http://www.wdr.de/radio/home/podcasts/wdr5_podcast.phtml
Paging