Eine entflohene Braunbärin wurde in Kassel von einem Polizisten in Notwehr erschossen - der Zirkus übt scharfe Kritik an der Polizeiaktion.

Ein ausgebrochener Zirkusbär hat in Kassel einen Polizisten angefallen und ist von diesem in Notwehr erschossen worden.

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Zirkusdirektor Daniel Renz (2.v.l.) und Mitarbeiter vom Zirkus "Universal Renz" bergen den Körper Braunbärin "Nena". Sie war von einem Polizisten in Notwehr erschossen worden. (© Foto: ddp)

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Beim Versuch, zwei am Sonntagvormittag aus einem Zirkus entflohene Braunbären aufzuhalten, biss eines der Tiere, die Braunbärin "Nena", den Beamten zweimal in den Unterschenkel, wie die Polizei mitteilte. Der schwerverletzte Beamte griff zur Dienstwaffe und erschoss den Bär.

Der zweite Bär wurde von einem anderen Polizisten gestoppt und schließlich von einem Verantwortlichen des Zirkus' eingefangen. Wie die beiden ausgewachsenen Bären aus dem Zirkus auf dem Kasseler Messeplatz entkamen, war zunächst unklar.

Eine Streife hatte die Bären direkt an der vierspurigen Bundesstraße 83 entdeckt, nachdem eine Autofahrerin die Polizei alarmiert hatte. Der angefallene Polizist hatte versucht, die Bären in Richtung des Zirkus' zurück zu drängen.

Kaum noch Zähne

Der Zirkus kritisierte die Polizei. Der Bär sei alt gewesen und habe kaum noch Zähne gehabt, hieß es. Die Polizisten hätten den Zirkus verständigen müssen, so dass Zirkusmitarbeiter das Braunbärweibchen einfangen hätten können.

Dem Veterinäramt zufolge wurde dem Zirkus von der zuständigen Behörde des Heimatsitzes nicht erlaubt, die insgesamt drei Braunbären gewerblich zur Schau zu stellen, wie die Polizei mitteilte. Dies sei damit begründet worden, dass den Verantwortlichen die Sachkunde über diese Tiere fehle.

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(AFP/segi)