Kanada Schweres Erdbeben erschüttert Pazifik-Küste

Die Erdstöße erreichten eine Stärke von 7,7: In der Nacht hat es vor der Westküste Kanada ein schweres Erdbeben gegeben - mit Folgen. In Kalifornien und Hawaii sind nun erste Tsunami-Wellen aufgeschlagen.

Die Pazifik-Küste Kanadas ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Es habe eine Stärke von 7,7 erreicht, teilte die US-Bebenwarte USGS in der Nacht auf Sonntag mit.

Das Epizentrum habe auf der Inselgruppe Haida Gwaii 200 Kilometer südwestlich der Stadt Prince Rupert in der Provinz British Columbia in einer Tiefe von zehn Kilometern gelegen. In den größeren Städten Victoria und Vancouver im Süden war das Beben Einwohnern zufolge aber nicht zu spüren. Berichte über Opfer oder Schäden gab es zunächst nicht.

Erste Tsunami-Wellen aufgeschlagen

Eine erste sehr kleine Tsunami-Welle ist nun infolge des Bebens auf der Urlaubsinsel Hawaii aufgeschlagen. Ein Sprecher des Pazifik-Tsunami-Warnzentrums sagte, die Welle sei mit etwa 30 Zentimeter kleiner als erwartet gewesen. Berichte über Opfer oder Schäden gab es zunächst nicht. "Wir gehen davon aus, dass weitere Wellen folgen, und das kann sich über Stunden ziehen", sagte der Sprecher. Gewöhnlich sei die erste Welle nicht die höchste.

Für Hawaii hatten die Behörden eine Tsunami-Warnung ausgegeben und Evakuierungsmaßnahmen empfohlen: Die durch das Beben ausgelösten Flutwellen könnten schwere Schäden entlang der Küste aller Inseln im Bundesstaat Hawaii verursachen. Maßnahmen zum "Schutz von Leben und Eigentum" seien dringend geboten. Über zwei Stunden hatten die Sirenen die Bewohner auf den Inseln alarmiert. Zehntausende Menschen in küstennahen Gebieten hatten sich in höhergelegene Gebiete in Sicherheit gebracht.

In der hawaiianischen Hauptstadt Honolulu haben die flüchtenden Menschen ein Verkehrschaos verursacht. Bürgermeister Peter Carlisle rief im US-Sender CNN alle Bürger der Inselkette auf, ihre Autos zu verlassen. "Wenn möglich, suchen Sie sich ein Gebäude und steigen in die höheren Stockwerke", appellierte Carlisle. Die Situation sei "sehr, sehr gefährlich." Etwa 80.000 Menschen mussten die Evakuierungszone der Insel Oahu verlassen.

Kleinere Tsunami-Welle schlägt auf US-Küste auf

Auch auf die US-Küste in Nord-Kalifornien und Süd-Oregon ist eine erste Tsunami-Welle aufgeschlagen. Die Welle sei lediglich 67 Zentimeter hoch gewesen, sagte der Sprecher des Warnzentrums. Sie sei an der Küste bei Arena Cove gemessen worden. Nach bisherigen Informationen sei kein Schaden entstanden.

Außerdem gaben kanadischen Behörden für die Küstengebiete von British Columbia und Alaska zwischen dem Norden der Vancouver-Insel und dem Cape Decision eine Tsunami-Warnung aus. Die Bewohner von mindestens vier Ortschaften in British Columbia brachten sich daraufhin nach Behördenangaben in höher gelegenen Gebieten in Sicherheit.

Auf den Haida Gwaii-Inseln, deren offizielle Bezeichnung bis vor wenigen Jahren noch Queen Charlotte Islands war, leben nur wenige tausend Menschen.