Kampagne gegen Fahrverbot Frauenrechtlerin in Saudi-Arabien festgenommen

Bereits 2014 war Ludschain al-Hathlul festgenommen worden, als sie mit dem Auto aus den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten nach Saudi-Arabien fuhr und sich dabei filmte (Screenshot via AP Photo).

(Foto: AP)

Die Aktivistin Ludschain al-Hathlul setzt sich dafür ein, Frauen in dem ultrakonservativen Königreich das Autofahren zu erlauben. Sie hat bereits eine Haftstrafe hinter sich.

Saudi-arabische Behörden haben die bekannte Frauenrechtlerin Ludschain al-Hathlul festgenommen, die unter anderem dafür eintritt, Frauen in dem wahhabitischen Königreich das Autofahren zu erlauben. Das soll auch der Grund für ihre Festnahme sein.

Nach Angaben des Gulf Centre for Human Rights (GCHR) wurde al-Hathlul bereits am Sonntag am Flughafen der saudischen Stadt Dammam ergriffen und am Montag zur Befragung in die Hauptstadt Riad gebracht.

In Saudi-Arabien gilt eine ultrakonservative Auslegung des Islam, die Frauen weniger Bürgerrechte als Männern einräumt. Ihnen werden unter anderem keine Führerscheine ausgestellt. Viele Familien sind deshalb gezwungen, Fahrer anzustellen, oder sind auf die männlichen Familienmitglieder mit Führerschein angewiesen.

In den vergangenen Jahren hatten saudische Frauen sich in den sozialen Netzwerken zu Protestaktionen verabredet: 2013 setzten sich mehr als 60 Sympathisantinnen ans Steuer und luden unter dem Hashtag #Women2Drive Bilder und Videos hoch, die sie meist vollverschleiert beim Autofahren zeigen. Behörden hatten vor und nach der Aktion versucht, sie mit Anrufen und Strafandrohungen einzuschüchtern. Anders als zuvor blieben die Protestfahrten jedoch offenbar straffrei: Im Jahr 2011 war die Aktivistin Samar Badawi wegen Autofahrens von einem Gericht zu zehn Peitschenhieben verurteilt worden.

Auch die nun festgenommene al-Hathlul hat bereits im Jahr 2014 mehrere Monate in Haft verbracht, weil sie Frauen dazu aufrief, sich dem Fahrverbot zu widersetzen. Sie hatte in den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten einen Führerschein erworben und war auf der Fahrt über die Grenze nach Saudi-Arabien festgenommen worden. Die Journalistin Maisaa al-Amudi, die zur Unterstützung gekommen war, wurde ebenfalls verhaftet.

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