Fünf Menschen bangen in den Waldbränden in Kalifornien um ihr Leben. Sie hatten ihre Ranch nicht verlassen wollen, obwohl die Polizei eine Evakuierung angeordnet hatte.
Die Flammen lecken fast schon am Gartenzaun. Es ist Zeit zu gehen. Was wird aus dem, wofür man ein Leben gearbeitet hat? Die Flammen der acht Waldbrände in Kalifornien sind noch immer nicht gelöscht. Fünf Menschen sind auf einer Ranch vom Feuer eingeschlossen, weil sie das Anwesen in Gold Creek trotz der Anweisungen der Polizei nicht verlassen wollten.
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Mensch gegen Natur: In den Waldbränden in Kalifornien scheint zunächst die Natur die Oberhand zu behalten. (© Foto: AFP)
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"Jetzt müssen wir unsere Leute in Gefahr bringen, um sie da rauszuholen", kritisierte ein Polizeisprecher den Starrsinn der Bewohner und rief dabei die Bevölkerung Kaliforniens auf, Evakuierungsanordnungen zu befolgen. Ein Polizeihubschrauber konnte die fünf Eingeschlossenen wegen des intensiven Brandes zunächst nicht erreichen. Wenn die Flammenwalze vorübergezogen ist, soll laut Polizei ein neuer Versuch unternommen werden.
Bereits am Samstag hatten zwei Anwohner in einem Garten-Whirlpool Zuflucht gesucht, als ein Feuer über ihr Haus hinwegrollte. Der Pool bot ihnen keinen Schutz: Sie wurden später schwer verletzt per Helikopter in ein Krankenhaus gebracht.
Erste Menschenleben haben die Brände am Sonntag gefordert. Zwei Feuerwehrleute wurden bei einem Unfall während der Bekämpfung der Flammen getötet, als ihr Fahrzeug auf einer kurvigen Straße von der Fahrbahn abkam und einen steilen Abhang hinunterstürzte.
Feuer bedroht ein Stück Geschichte
Die Flammenfront hat sich mittlerweile auf weniger als einen Kilometer an den Mount Wilson herangefressen, wo das historische Mount-Wilson-Observatorium und mehrere Sender großer Fernseh- und Radiostationen stehen. In dem 100 Jahre alten Observatorium in den Bergen über Los Angeles sind unter anderem zwei riesige Teleskope untergebracht. Nach Angaben der Feuerwehr könnte der Brand Mount Wilson in Kürze erreichen.
Gegen das seit Tagen tobende Feuer im Los Angeles National Forest, nordöstlich von Los Angeles, kämpfen mittlerweile 3000 Feuerwehrleute an. Trotz des massiven Löscheinsatzes ist die verkohlte Fläche auf jetzt 425 Quadratkilometer angewachsen. In den waldnahen Kommunen am Stadtrand der Millionenstadt verloren bisher 21 Hausbesitzer ihr Hab und Gut. Weitere 12.000 Häuser sind von den Feuern bedroht.
Neben dem Feuer im Raum Los Angeles brennt es in dem Westküstenstaat an sieben weiteren Stellen. Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger ließ in vier Bezirken den Notstand ausrufen.
Erst im Herbst 2007 hatten Dutzende Brände zwischen San Diego und Malibu den Süden Kaliforniens in ein Flammenmeer verwandelt. Zeitweise waren eine Million Menschen auf der Flucht, mindestens 1500 Häuser wurden zerstört, zwölf Menschen kamen ums Leben.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/AP/dpa/abis/jab)
Kanzlerin Merkel und die Macht
Die Brände werden größer und intensiver - aber mit dem Klima hängt das ja praktischerweise nicht zusammen.