Bischöfin Käßmann, prominenteste Vertreterin der evangelischen Kirche Deutschlands, hat einen schlimmen Fehler gemacht. Warum sie trotzdem im Amt bleiben sollte.
Margot Käßmann, die prominenteste Vertreterin des evangelischen Deutschlands, hat einen schlimmen Fehler gemacht. Wer mit mehr als 1,5 Promille Alkohol im Blut Auto fährt, gefährdet Gesundheit und Leben anderer Menschen.
Margot Käßmann, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hat einen Fehler gemacht - als fehlbares Vorbild sollte sie dennoch im Amt bleiben (im Bild bei der Neujahrspredigt in der Dresdner Frauenkirche). (© Foto: dpa)
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Zu Recht sieht das Gesetz dafür eine empfindliche Strafe vor. Und erst recht sollten Vertreter der Kirchen, die für Wert und Schutz des Lebens eintreten, ein Taxi nehmen, wenn sie zu viel getrunken haben.
So weit, so schlecht. Was Margot Käßmann aus den vielen anderen, die diesen Fehler schon gemacht haben, heraushebt, ist, dass sie für viele ein Vorbild ist, weil sie ihr Amt und ihr Leben verknüpft, weil das, was sie predigt, sich aus ihren Erfahrungen speist - der Erfahrung der vierfachen Mutter, der krebskranken, der geschiedenen Frau.
Sie hat dadurch etwas Ikonenhaftes bekommen, auch durch die von ihr losgetretene Afghanistandebatte: Margot Käßmann steht für das Gute, Authentische, Moralische, das Bild hatte sich verselbständigt.
Nur kann ein Mensch nicht immer gut, authentisch und moralisch sein, eben weil er Mensch ist. So ist nun die Ikone Margot Käßmann zerbrochen, das ohne Tiefe gemalte Bild. Mit lautem Getöse, wegen der Prominenz, der Fallhöhe und weil die Betroffene eine Frau ist.
Einem Mann verzeiht man den Alkohol augenzwinkernd. Bei einer Frau fragt man gleich: Hat sie ein Problem mit sich und dem Amt?
Margot Käßmann muss bekennen, was sie getan hat, zu der Strafe stehen, die sie erwartet, Reue zeigen, umkehren - das alles sind zutiefst christliche Themen. Im Amt soll sie bleiben: als fehlbares Vorbild. Denn Unfehlbarkeit hat die evangelische Kirche noch nie beansprucht.
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(SZ vom 24.02.2010/aho)
Kabinett beschließt strengere Tierschutzregeln
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...kommen nun alle über Frau Käßmann, wie schön ist es doch, eine bisher unbescholtene Person herabzukanzeln.
Aber so ist es nun einmal, die Guten werden immer kaputt gemacht, die Miesen halten sich!
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Das Zauberwort des Tages: T A X I
Ja, Frau Käßmann hat einen Fehler gemacht, aber das ist menschlich. Nobody is perfect! Und ja, es ist doppelt schlecht, weil Sie einen Vorbildstatus hat. Aber gerade deshalb wird sie sich sicher selbst große Vorwürfe machen und nach Erklärungen und Wiedergutmachung suchen. Man sollte Sie bei der Verarbeitung dieser Sache unterstützen, indem man sie nicht steinigt, sondern ihr verzeiht. Sie wird lange genug mit der Häme und dem Spott von vielen Seiten zu kämpfen haben.
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