Kältewelle in den USA Eiseskälte erreicht New York

Schnee und Kälte halten New York im eisigen Griff.

In weiten Teilen der USA ist es kälter als am Südpol. Jetzt hat die arktische Kälte auch New York erreicht. In den kommenden Stunden wird dort ein heftiger Temperatursturz erwartet. Die Minusgrade behindern sogar die Arbeit der Weltraumbehörde.

Die schlimmste Kältewelle seit 20 Jahren lässt Millionen Amerikaner weiter zittern. Nachdem große Teile der Bevölkerung im Mittleren Westen bereits am Montag gefühlte Temperaturen von 40 Grad minus und tiefer erlebt hatten, erreichte die arktische Kälte nun New York. So erwartete die Millionenmetropole im Nordosten der USA binnen 24 Stunden einen dramatischen Temperatursturz von milden zwölf Grad auf minus 14 Grad.

Die Einwohner New Yorks wurden gewarnt, dass der heftige Frost gepaart mit eisigen Windböen die gefühlte Temperatur auf minus 31 Grad Celsius sinken lassen könnte. Der viele in den vergangenen Tagen gefallene Schnee, gerade erst teilweise getaut, wird laut Vorhersage zu einer dicken Eisdecke zusammenfrieren. Der Streudienst und die Transportbehörden bereiteten sich unter Federführung des neuen New Yorker Bürgermeisters Bill de Blasio auf eine Ausnahmesituation vor. Ein Minusrekord werde in New York aber wohl nicht aufgestellt werden, sagte Pat Maloit vom US-Wetterdienst der New York Times. Aber so ein Temperatursturz sei "sehr, sehr selten".

Wegen der arktischen Temperaturen sind in den USA am Montag mehr als 4300 Flüge gestrichen worden. Weitere 6500 Flüge seien verspätet gewesen, meldete die Website flightaware.com. Die gefühlten Minusgrade in einigen Landesteilen lagen niedriger als am Südpol. So herrschten am Montag in Montana gefühlte minus 53 Grad Celsius, am Südpol waren es minus 34 Grad. In Atlanta im südlichen Bundesstaat Georgia etwa war es am Montagmorgen kälter als in der russischen Hauptstadt Moskau.

In den Neuengland-Staaten riefen die Behörden die Bevölkerung auf, sich auf beißende Kälte und eisige Windböen vorzubereiten - auch im wärmeverwöhnten Florida. Insgesamt waren bisher mehr als 140 Millionen Amerikaner von der Kältewelle betroffen; das sind mehr als ein Drittel des Landes.

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Dutzende Kältetote

Der Nationale Wetterdienst warnte vor "lebensbedrohlichen" Bedingungen, die binnen weniger Minuten zu Unterkühlungen und Frostbeulen führen könnten. Die Behörden riefen die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten auf, sich mit Lebensmitteln einzudecken und das Haus nur in Notfällen zu verlassen. Nach Medienberichten starben binnen weniger Tage mindestens ein Dutzend Menschen an den Folgen der Kältewelle.

Die Polarfront traf auch die Raumfahrt. Wie die Weltraumbehörde Nasa mitteilte, wurde der Start des privaten Raumfrachters Cygnus zur Internationalen Raumstation ISS wegen der eisigen Temperaturen um mindestens einen Tag verschoben. Er soll jetzt frühestens am Mittwoch auf dem Weltraumbahnhof der Wallops Flight Facility im US-Bundesstaat Virginia abheben.

Entwarnung gibt es vorerst nicht. In mehreren Metropolen - darunter Chicago - sollen auch am Dienstag die Schulen geschlossen bleiben. Meteorologen sagen voraus, dass die Kältewelle mindestens bis Mitte der Woche andauern wird.