Das Hoch "Claus" überzieht Deutschland mit einer Kältewelle. Die niedrigste Temperatur wurde in der Nacht zum Montag in Funtensee in Bayern mit minus 33,8 Grad gemessen. Ärzte raten angesichts der Eiseskälte zu Vorsichtsmaßnahmen.
In Polen sind in diesem Winter der Polizei zufolge bislang mindestens 144 Menschen erfroren. Allein am vergangenen Wochenende erfroren mindestens 21 Menschen. Auch in Russland, Estland und Moldawien gab es mehrere Opfer.
Auf der Oder im brandenburgischen Küstrin-Kietz im Landkreis Märkisch-Oderland treiben Eisschollen den Grenzfluss hinab. (© Foto: dpa)
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Ungefährlich ist die Kältewelle also nicht, die seit diesem Sonntag auch Deutschland erreicht hat. Und die Temperaturen sind extrem: Die kältesten Orte in Deutschland war Funtensee in Bayern mit minus 33,8 Grad und Haidmühle ebenfalls in Bayern mit minus 27 Grad. In Morgenröthe-Rautenkranz in Sachsen wurden minus 24,3 gemessen. In Berlin war es minus 20 Grad kalt.
Bereits der Sonntag hatte einen Vorgeschmack auf das Wetter der nächsten Tage gebracht - so war das Thermometer an der Oder auf minus 19 Grad gesunken.
Zittern ist anstrengend fürs Herz
Experten raten angesichts der Eiseskälte zu Vorsichtsmaßnahmen. "Entscheidend ist nicht die Außen-, sondern die Körpertemperatur", sagt der Hamburger Notfallmediziner Patrick Friederich.
Kritisch werde es, wenn die normale Körpertemperatur von 36,5 Grad absinkt, warnt der Anästhesist und Oberarzt am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Der Körper versuche bei niedrigen Außentemperaturen immer, "dagegen anzuarbeiten, zum Beispiel mit Zittern".
Diese "Aufwärmarbeiten" seien allerdings "äußerst anstrengend fürs Herz". Herzpatienten und Lungenkranke sollten sich darum nicht allzu großer Kälte aussetzen. Auch allen anderen rät der Mediziner, sich sehr warm anzuziehen - so gewappnet sei gegen einen Spaziergang nichts einzuwenden.
Besonders gefährdet sind Obdachlose. Städte wie Berlin öffnen deshalb für sie die U-Bahnhöfe als Übernachtungsplätze. Andere Menschen ohne Dach über dem Kopf suchen Zuflucht in offen zugänglichen Vorräumen von Banken.
Wer nur mit einem Guckloch fährt, der haftet
Um ein Verkehrschaos wegen der extremen Temperaturen zu verhindern, setzt die Berliner S-Bahn Zusatzkräfte ein, um Türen der Züge zu enteisen.
Autofahrer sollten sich laut ADAC ebenfalls wappnen. "Den Türschlossenteiser sollte man schon in der Manteltasche und nicht im Auto haben", rät ADAC-Sprecherin Friedel Bendlin. Nicht nur die Schlösser, sondern auch die Dichtungsgummis in den Autotüren und am Kofferraum frieren bei extremer Kälte häufig fest.
Wer also nicht schon am Öffnen seines Autos scheitern wolle, müsse die Gummis vorher mit Silikonspray besprühen, empfiehlt Bendlin. Wichtig sei auch, genügend Frostschutzmittel in den Scheibenwaschbehälter einzufüllen. Bei zu niedriger Dosierung kann der Behälter einfrieren und platzen.
"Ältere Batterien geben oft den Geist auf, wenn es so kalt ist", nennt Bendlin ein weiteres Problem. Ein Starthilfekabel und ein hilfsbereiter Nachbar sollten in der Nähe sein, wenn die Batterien auch bei normalen Temperaturen schon schwächeln und der Wagen nicht sofort zündet.
Eine schlechte Ausrede
Bevor die Winterfahrt beginnt, müssten alle Scheiben komplett vom Eis befreit werden. Bendlin: "Ein Guckloch reicht nicht aus, sonst hat man bei einem Unfall immer Mitschuld."
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(dpa)
Studie von UN-Kinderhilfswerk