JVA Köln Verurteilter Vergewaltiger soll Feuer in Gefängniszelle gelegt haben

An Händen und Füßen gefesselt wurde der wegen Vergewaltigung verurteilte Mann während des Prozesses gegen ihn in den Saal des Landgerichts Bonn geführt.

(Foto: Henning Kaiser/dpa)
  • Ein 31-jähriger verurteilter Vergewaltiger soll in seiner Zelle in der JVA Köln ein Feuer gelegt haben, bei dem er sich selbst schwere Verletzungen zugezogen hat.
  • Der Mann war im Oktober wegen Vergewaltigung einer 23-jährigen Camperin zu elfeinhalb Jahren Gefängnisstrafe verurteilt worden.
  • Im Prozess hatte er die Tat bestritten und Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.

Der Fall sorgte deutschlandweit für Entsetzen: Im vergangenen April soll ein 31-jähriger abgelehnter Asylbewerber aus Ghana ein junges Paar beim Campen in der Siegaue bei Bonn überfallen und die damals 23-jährige Frau vergewaltigt haben. Das Landgericht Bonn hatte ihn deshalb im Oktober wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Nun hat sich der Mann bei einem Feuer in seiner Gefängniszelle in der Justizvollzugsanstalt in Köln schwere Verletzungen zugezogen.

Den Angaben der Staatsanwaltschaft Köln zufolge werde gegen den Häftling wegen vollendeter Brandstiftung ermittelt. Ob der Mann das Feuer absichtlich gelegt oder fahrlässig gehandelt habe, sei noch unklar, sagte Oberstaastsanwalt Ulrich Bremer. Es gebe keine Hinweise, dass Dritte in die Tat involviert seien. In der Nacht zu Mittwoch sei durch die Kameraüberwachung des Gefängnisses aufgefallen, dass Rauch aus der Zelle des Gefangenen austrete. Daraufhin sei ein JVA-Mitarbeiter in die Zelle gegangen und habe das Feuer entdeckt. Bei dem Brand sei der 31-Jährige so schwer verletzt worden, dass er am frühen Morgen operiert werden musste. Derzeit soll er nicht vernehmungsfähig sein.

Ein weiterer Insasse sowie ein Mitarbeiter der JVA haben sich bei dem Brand eine Rauchgasvergiftung zugezogen. Zum Zeitpunkt des Feuers soll der 31-Jährige aber allein in seiner Einzelzelle gewesen sein. Brandexperten klären nun die genaue Ursache des Feuers.

Bremer wies daraufhin, dass es schon einmal zu einem Zwischenfall mit dem Häftling gekommen sei. Zu Beginn der Untersuchungshaft habe ein JVA-Mitarbeiter einen Brandfleck in der Zelle des 31-Jährigen entdeckt. Darauf angesprochen habe der Mann zugegeben, dort versucht zu haben, ein Feuer zu legen. Der Inhaftierte habe sich mit Tritten und Schlägen gegen die Beamten gewehrt, die ihm sein Feuerzeug abnehmen wollten. Im Januar sei deshalb Anklage wegen Widerstand gegen den Beamten und Körperverletzung erhoben worden.

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Im Prozess wegen Vergewaltigung hatte der Mann im vergangenen Herbst die Tatvorwürfe bestritten und ausgesagt, er sei zur Tatzeit in einer Flüchtlingsunterkunft gewesen. Die Ermittler hatten aber Spuren seiner DNA an dem Opfer gefunden. Außerdem konnten sie mit Hilfe der elektronischen Eingangskontrolle belegen, dass der Angeklagte zur Tatzeit nicht in der Unterkunft gewesen sei. Ein psychiatrisches Gutachten hatte den Mann als schuldfähig eingestuft. Er hatte Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.