SZ: Bewusstes Hören also.

Strafe für jugendliche Ruhestörer

Karen Cade, 46, bestraft jugendliche Ruhestörer mit Barry-Manilow-Songs. (© Foto: oh)

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Cade: Ganz genau.

SZ: Klingt irgendwie so, als müssten vor allem Sie ein echtes Opfer für diese Sitzungen bringen.

Cade: Das können Sie laut sagen, manchmal ist es ziemliche Folter

SZ: Immer wieder "Mandy"?

Cade: Nein, vor allem Barney.

SZ: Barney?

Cade: Sagen Sie bloß, Sie kennen Barney nicht! Barney, den lila Dinosaurier?

SZ: Tut mir leid.

Cade: Alle Erwachsenen hassen ihn. Er hat eine schreckliche Quäkstimme. Der Themensong macht mich völlig verrückt, aber "Itsy bitsy spider", das Lied von der kleinen Spinne, ist mindestens genauso nervig.

SZ: Was ist noch auf Ihrer Songliste?

Cade: Oh vieles, sogar Klassik. Außerdem Dolly Parton oder Boy George mit "Do you really want to hurt me?". Was mich persönlich nicht stört, weil ich die Achtziger gerne mag. Ich ergänze die Liste ständig. Wenn mir auffällt, dass jemandem unter den Ruhestörern ein Lied gefällt, wird es sofort ausgetauscht.

SZ: Wonach wählen Sie aus?

Cade: Freunde und Bekannte sammeln für mich. Sie kommen oft und sagen: Spiel das, du wirst es hassen! Gerade habe ich die Titelmusik von "Sponge Bob" aufgenommen. Sehr irritierend!

SZ: Ach, und das wirkt?

Cade: Aber ja. Sponge Bob wird bald mit Barney die Hitliste des Schreckens anführen. Wir haben Fragebögen, die die Teilnehmer der Sitzungen ausfüllen. Viele sagen, dass die Beschallung sie mehr zum Nachdenken bringt als die Geldstrafe. Die Anzahl der Ruhestörungen ist zurückgegangen. Und wir haben nur zwei Prozent Wiederholungstäter.

SZ: Haben sich eigentlich schon Künstler bei Ihnen beschwert?

Cade: Nein, wir werten ja keinen ab.

SZ: Also, wenn ich Dolly Parton oder Barry Manilow wäre, dann würde ich...

Cade: Aber ich mag Barry Manilow! Immer noch.

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