Die britische Polizei appelliert nach der jüngsten tödlichen Messerstecherei in London an die Eltern Jugendlicher. Sicherheitskräfte allein könnten die Gewaltwelle nicht eindämmen.

Nach einer neuen Welle blutiger Gewalttaten unter Jugendlichen hat Scotland Yard die Eltern von Teenagern aufgefordert, sie nicht mit Messern oder anderen Waffen auf die Straße zu lassen. Die immer brutaler werdenden Angriffe auf Jugendliche könnten nicht allein von den Sicherheitskräften eingedämmt werden, sagte Scotland-Yard-Chef Ian Blair.

Knox, AFP

Freunde trauen um Rob Knox. (© Foto: AFP)

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"Die Messer, die wir zu sehen bekommen, stammen oft genug aus dem heimischen Küchenschrank", sagte Blair. "Eltern haben die Pflicht, ihre Kinder zu fragen, ob etwa auch sie mit Messern in der Tasche herumlaufen." Derweil wurde am Dienstag vor einem Haftrichter in London ein 21-Jähriger wegen Mordes an einem Schauspieler des neuen "Harry Potter"-Films angeklagt. Dem Arbeitslosen aus Südlondon wird vorgeworfen, den 18-jährigen Darsteller Rob Knox am Samstag bei einem Streit vor einer Bar erstochen und fünf andere junge Leute mit Messerstichen verletzt zu haben. Auf Knox hatte der Täter eingestochen, als dieser seinen ein Jahr jüngeren Bruder Jamie vor ihm schützen wollte.

Knox wurde der 14. Teenager, der seit Anfang des Jahres allein in London durch gewalttätige Angriffe umkam. Die meisten wurden mit Messern ausgeführt. Er hatte gerade die Dreharbeiten für den Film "Harry Potter und der Halbblut-Prinz" beendet, der im November in die Kinos kommt.

Während ein Ende der blutigen Gewalttaten unter Jugendlichen nicht in Sicht ist, konnte die Polizei in einem weiteren aufsehenerregenden Mordfall drei Festnahmen melden. Zwei 15-jährige Jungen und ein 20-jähriger Mann werden verdächtigt, am Wochenende den 17-jährigen Amar Aslam in einem Park bei Dewsbury in Nordengland gequält und mit Knüppeln erschlagen zu haben. Laut Medienberichten filmten sie die Bluttat mit einem Video-Handy.

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(sueddeutsche.de/dpa/bilu)