John McAfee nach seiner Flucht "Ich habe nichts"

Den Häschern in Belize ist Internet-Millionär John McAfee entkommen, nun hat er aber nach eigener Aussage ein finanzielles Problem. Dabei sollte sich der 67-Jährige über ganz andere Dinge sorgen. Bleibt er in den USA überhaupt ein freier Mann?

Belize, Guatemala, USA: John McAfee ist in den vergangenen Wochen weit gereist, hat viel gebloggt und ist schlussendlich seinen Häschern in Belize entkommen. Der Gründer der Antiviren-Software-Firma McAfee war aus dem zentralamerikanischen Staat geflohen, da die dortige Polizei ihn zum Tod seines Nachbarn befragen wollte. Daraufhin war er - ob nun aus Paranoia oder gerechtfertigter Angst - geflüchtet, weil er um sein Leben fürchtete.

Nach einem Zwischenstopp in Guatemala in den USA angekommen, hat McAfee nun allerdings ein Problem mit dem lieben Geld. Eigenen Angaben zufolge musste er sein gesamtes Vermögen in Belize zurücklassen und ist nun mittellos. "Ich habe nichts", sagte er dem US-Fernsehsender ABC. Sein ganzer Besitz, darunter Investitionen über 20 Millionen Dollar (etwa 15 Millionen Euro) sowie mehrere Immobilien, steckten in seiner zentralamerikanischen Wahlheimat.

Alles, was er noch habe, seien ein paar Kleidungsstücke und Schuhe, so McAfee. Ein Freund habe ihm mit ein wenig Bargeld ausgeholfen, erläuterte der 67-Jährige und wedelte demonstrativ vor der Fernsehkamera mit einem schmalen Geldbündel. Er habe keine Ahnung, wovon er mittelfristig leben solle.

Ganz so übel kann es um die Finanzen des IT-Millionärs aber dann doch nicht bestellt sein. "Ich bin hungrig. Ich will Sushi", ließ er direkt nach seiner Landung in Miami gegenüber US-Journalisten verlauten und ging erst einmal im exklusiven Stadtteil South Beach essen. Danach mietete er sich in einem Hotel ein.

Sollte seine Barschaft tatsächlich zur Neige gehen - allzu große Sorgen muss sich McAfee wohl nicht machen. Aus zwei Gründen: Erstens haben kanadische Produzenten soeben die Filmrechte an seiner spektakulären - mancher würde sagen: durchgeknallten - Flucht erworben. Und zweitens hat McAfee eine treue Fangemeinde. Unter einem der letzten Blogeinträge auf der Homepage des 67-Jährigen steht in einem Kommentar: "Falls du Hilfe dabei brauchst, ein Zimmer zu bekommen: Ich bezahle dafür."

Bleibt McAfee in den USA ein freier Mann?

Doch so seltsam, so übergeschnappt die Odyssee des John McAfee anmuten mag, eine Frage bleibt: Wie geht es jetzt weiter? Haben die amerikanischen SIcherheitsbehörden vieleicht auch ein Interesse an dem Mann. Immerhin war McAfee wegen des Todes seines Nachbarn aus Belize geflohen. Und der war, genau, US-Staatsbürger.

Experten stellten im US-Fernsehen deshalb die Vermutung auf, die Bundespolizei FBI könnte gewillt sein, McAfee zu vernehmen. Ein HInweis darauf könnte sein, dass McAfee bei seiner Ankunft von mehreren US-Sicherheitsbeamten in Empfang genommen und aus dem Flughafengebäude gebracht wurde, um dann in ein Taxi gesetzt zu werden. In eben jenes das Taxi, welches ihn dann Richtung Sushi-Restaurant kutschierte.

Die Posse um den Internet-Millionär wird also wohl noch ein bisschen weitergehen. Und das ausgerechnet, wo McAfee doch angeblich nur seine Ruhe haben möchte. Am vergangenen Sonntag sagte er in Guatemala: "Ich würde einfach gern entspannt leben und jeden Tag fischen und schwimmen gehen und die mir noch verbleibenden Jahre genießen."