Jemen 13-Jährige nach Zwangsheirat verstorben

Eine 13-Jährige ist im Jemen nach Angaben von Menschenrechtlern an einer Vaginalblutung gestorben - vier Tage nach der Hochzeit mit einem etwa 30 Jahre alten Mann.

Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation El Schakaek hat das Gutachten eines Rechtsmediziners ergeben, dass das Kind nach einer Verletzung der Scheide verblutet sei. Das Mädchen sei bereits am 2. April verstorben.

Das Kind sei am 29. März in einer sogenannten Tauschheirat einem etwa 30-jährigen Mann angetraut worden, teilte die Organisation El Schakaek in der jemenitischen Haptstadt Sanaa mit. Im Gegenzug sei die Schwester des Bräutigams mit einem Mann aus der Familie des Mädchens verheiratet worden.

Das verstorbene Mädchen sei "ein Opfer derjenigen, die im Jemen mit dem Leben von Kindern spielen", kritisierte El Schakaek.

Die Verheiratung kleiner Mädchen ist in dem bitterarmen Land im Südwesten der arabischen Halbinsel weit verbreitet.

Im September 2009 war eine erst Zwölfjährige bei der Geburt ihres Babys gestorben. Und im Jahr 2008 erregte der Fall einer Achtjährigen Aufsehen, die sich von ihrem 22 Jahre älteren Mann scheiden ließ. Das Kind war von ihrem Vater gegen ihren Willen vermählt worden. Der Ehemann hatte das Mädchen geschlagen, beschimpft und zum Sex gezwungen.

In dem Land mit starken Stammesstrukturen wird derzeit über einen Gesetzentwurf debattiert, der ein Mindestalter von 17 Jahren für die Verheiratung junger Mädchen vorsieht. Frauenrechtlerinnen unterstützen den Entwurf, Konservative und Islamisten lehnen ihn ab.