Der im Jemen entführte deutsche Ingenieur ist zurück in der jemenitischen Haupstadt Sanaa. Am Dienstag haben ihn die Geiselnehmer freigelassen.
Die Entführer sollen den deutschen Ingenieur und seine zwei jemenitische Kollegen am Dienstagabend freigelassen haben, berichten jemenitische Behörden. Noch in der Nacht würden die drei Ingenieure in der Hauptstadt Sanaa erwartet, meldete die staatliche jemenitische Nachrichtenagentur SABA.
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Die al-Saleh Moschee in Sanaa: Der entführte deutsche Ingenieur ist am Mittwoch in der deutschen Botschaft in Sanaa eingetroffen. (© Foto: Reuters)
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Zuvor hatte ein Regierungsbeamter bereits angedeutet, dass die Entführer bereit seien, den Ingenieur in Kürze freizulassen. Seit Montagabend haben die Vermittler mit den Entführern verhandelt. Den Angaben zufolge hatte General Ali Mohsen al-Ahmar, ein Halbbruder von Präsident Ali Abdullah Salih, versprochen, dass die Behörden die Forderung der Entführer wohlwollend prüfen werden.
Al-Ahmar habe einen Gesandten in das von den Sicherheitskräften umstellte Dorf der Entführer geschickt, dem die deutsche Geisel übergeben werden solle, hieß es.
Bewaffnete Angehörige des Lakmusch-Stammes hatten den deutschen Ingenieur und zwei seiner jemenitischen Kollegen am vergangenen Sonntag in der Provinz Schabwa, rund 570 Kilometer südöstlich von Sanaa, verschleppt und in ein Versteck in den Bergen gebracht.
Sie forderten die Freilassung eines nahen Verwandten, der wegen eines 1989 begangenen Mordes an einem Angehörigen des gleichen Stammes im Gefängnis sitzt. Dieser war nach dem Mord nach Saudi-Arabien geflohen und erst vor einem Monat illegal in den Jemen zurückgekehrt, wo er prompt verhaftet wurde.
Der Ingenieur, der nach Informationen der Bild 56 Jahre alt ist und aus Niedersachsen stammt, arbeitet im Jemen für das Unternehmen Amec Spie Hawk am Bau einer 320 Kilometer langen Gas-Pipeline. Der Gouverneur von Schabwa sagte nach Angaben des Verteidigungsministeriums: "Den drei Ingenieuren ist kein Leid zugefügt worden."
Im vergangenen Dezember hatten bewaffnete Stammesangehörige im Jemen drei Deutsche aus Kiel entführt, die nach fünf Tagen freikamen. Auch damals hatten die Entführer versucht, Angehörige ihres Clans freizupressen. Diese sitzen allerdings nach Angaben von Beobachtern in Sanaa immer noch im Gefängnis.
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(dpa/hai)
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