Japan: Atomkraft Verdacht auf Leck im AKW Tsuruga

Japanische Behörden befürchten eine neue Panne in einem Atommeiler - an der Westküste des Landes. Es könnte einen Störfall im Kraftwerk Tsuruga gegeben haben. Für die vom Tsunami zerstörte Region Fukushima wurde ein Sonderhaushalt in Milliardenhöhe verabschiedet.

Behörden der japanischen Präfektur Fukui vermuten einen radioaktiven Störfall im Atomkraftwerk Tsuruga an der Westküste des Landes. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. In diesem Gebiet stehen mehrere Atomkraftwerke. Bereits vor dem schweren Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami am 11. März gab es aus der Region Berichte über Probleme mit Atommeilern.

Behörden der japanischen Präfektur Fukui vermuten ein radioaktives Leck in Atomkraftwerk Tsuruga im Westen Japans.

(Foto: dpa)

Tsuruga ist vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima etwa 360 Kilometer Luftlinie entfernt und liegt damit außerhalb der Katastrophenzone. Der Betreiber des Atomkraftwerks Tsuruga, Japan Atomic Power Co., will den Reaktor Nummer 2 den Angaben zufolge herunterfahren, um den Fall weiter zu untersuchen. Die Hinweise auf ein Problem mit den Brennstäben stammen aus dem Anstieg bestimmter Substanzen im Kühlwasser des Meilers. Ein Sprecher der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) in Wien konnte den Zwischenfall zunächst nicht bestätigen.

Das japanische Parlament verabschiedete unterdessen einen Sonderhaushalt von umgerechnet 33 Milliarden Euro für erste Wiederaufbaumaßnahmen nach dem Tsunami vom 11. März und die darauf folgende Atomkatastrophe von Fukushima im Nordosten des Landes. Der Haushalt trat umgehend in Kraft.

Mit dem Geld sollen der Bau neuer Häuser für mehr als 100.000 Menschen, die Räumung von Schutt und Trümmern sowie Unterstützung für in Not geratene Unternehmen finanziert werden. Finanzminister Yoshihiko Noda erklärte, in den kommenden Monaten sei mit weiteren Kosten zu rechnen. Dann muss Ministerpräsident Naoto Kan mit mehr Widerstand aus den Reihen der Opposition rechnen. "Wir unterstützen diesen Haushaltsplan nur wegen der dringenden Notwendigkeit, Wiederaufbauprojekte zu finanzieren", sagte Mikishi Daimon von der oppositionellen Kommunistischen Partei.

Die Regierung plant ein weiteres Sonderbudget, das durch die Ausgabe von Staatsanleihen finanziert werden soll. Tepco, der Betreiber des weitgehend zerstörten Atomkraftwerks Fukushima, kündigte unterdessen den Bau eines Deichs an, um den Reaktor vor Tsunamis großen Ausmaßes zu schützen. Wie örtliche Medien unter Berufung auf das Unternehmen berichteten, soll der Deich bis Mitte Juni fertiggestellt werden und eine Höhe von zwei Metern sowie eine Länge von 500 Metern haben. Das Atomkraftwerk befindet sich auf einem Gelände, das zehn Meter über dem Meeresspiegel liegt.