Jahrhundertsturm über Südeuropa Orkan "Klaus" fordert viele Tote
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Hunderttausende ohne Strom: Orkan Klaus hat in Frankreich und Spanien eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Mindestens 20 Menschen starben.
Bei heftigen Stürmen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 180 Stundenkilometern sind im Süden Europas am Wochenende 20 Menschen ums Leben gekommen. Zwölf Todesopfer wurden aus Spanien gemeldet, acht aus Frankreich. Dort waren am Sonntag immer noch 800.000 Haushalte ohne Strom. Am Samstag hatte der Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 183 Stundenkilometern Dächer abgedeckt, Hochspannungsleitungen abgerissen Bäume entwurzelt und Autos umgeworfen.
Windgeschwindigkeiten von fast 200 Stundenkilometern brachten eine Sporthalle in der Nähe von Barcelona zum Einsturz.
(Foto: Foto: Reuters)Allein in Barcelona kamen vier Kinder beim Einsturz des Dachs einer Sportanlage ums Leben. 16 Menschen wurden Behördenangaben zufolge verletzt. Nach Zeugenangaben hatten die Kinder unter einer Tribüne mit einem rostigen Eisendach vor dem Unwetter Schutz gesucht.
In anderen Teilen Spaniens kamen seit Freitagabend mindestens acht Menschen infolge des Unwetters ums Leben; teils wurden sie von einstürzenden Mauern erschlagen, teils von entwurzelten Bäumen getötet. Vor der Hafenstadt La Coruña im Nordwesten kam ein Fischer ums Leben. Zug- und Verkehrsverbindungen wurden am Sonntag wieder aufgenommen, nachdem der Orkan mit einer Spitzengeschwindigkeit von 198 Stundenkilometern über Land gefegt war.
Vier Menschen sterben an Kohlenmonoxidvergiftung
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In Frankreich gab es acht Tote. Darunter waren auch zwei Ehepaare, die an Kohlenmonoxidvergiftungen durch Generatoren starben. Diese hatten sie wegen des Stromausfalls angeschaltet. Drei Menschen im Département Landes wurden von umstürzenden Bäumen und herunterfallenden Gegenständen getötet. Eine 78 Jahre alte Rentnerin in der Gironde starb, nachdem ihr Beatmungsgerät wegen des Stromausfalls versagte.
Der Sturm wütete in Frankreich seit dem frühen Samstagmorgen, für neun Départments war die höchste Unwetterwarnstufe ausgerufen worden. Verbreitet fegten Böen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern über Land. In Perpignan wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes 183 Stundenkilometer gemessen, auf Korsika waren es mehr als 160. Der französische Wetterdienst hob die Unwetterwarnungen für das Gebiet am Sonntagmorgen auf. Das Sturmtief schwächte sich ab und zog in Richtung Norditalien weiter.
Die Wiederherstellung der Stromversorgung im Südwesten Frankreichs könnte nach Angaben der Betreibergesellschaft des Stromnetzes (ERDF) noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Techniker aus Großbritannien, Portugal und Deutschland wurden nach Angaben des Konzerns zur Verstärkung gerufen.
Die Flughäfen von Bordeaux und Toulouse waren vorübergehend geschlossen. Die französische Bahn SNCF wollte von Sonntagmittag an erste Verbindungen in Richtung Toulouse und Montpellier wieder aufnehmen. Strecken südlich von Bordeaux müssten aber noch geschlossen bleiben, bis die Gleise gesäubert seien und wieder Strom für die Bahnübergänge vorhanden sei. Staatspräsident Nicolas Sarkozy besuchte am Sonntag Orte im Département Gironde, um sich persönlich ein Bild der Schäden zu machen.
In mehreren Départements blieben alle Schulen am Montag geschlossen, weil Straßen unpassierbar waren und Strom und Heizung fehlten. Die Regierung mobilisierte das Militär, um bei den Räumarbeiten zu helfen.
Météo France verglich das Unwetter mit dem Orkan Lothar, der 1999 auch in Deutschland schwere Schäden angerichtet hatte. Infolge des Sturms rechneten die Meteorologen mit starken Regenfällen von 20 bis 40 Litern pro Quadratmeter. Wenn so viel Regen auf den bereits völlig durchnässten Boden falle, drohe Hochwasser, warnte der Wetterdienst.