23 Jahre unschuldig im Gefängnis New Yorker erleidet nach Freilassung Herzinfarkt

Immer wieder beteuert er seine Unschuld, doch erst nach 23 Jahren im Gefängnis kommt ein wegen Mordes verurteilter US-Amerikaner frei. Doch das bekommt ihm anscheinend nicht gut: Nur einen Tag später erleidet David Ranta einen Herzinfarkt.

"Ich bin überwältigt", sagte David Ranta, als er am Donnerstag das Gefängnis verließ. 23 Jahre hatte er unschuldig in New York hinter Gittern gesessen. "Ich fühle mich, als würde ich unter Wasser schwimmen." Nach internen Ermittlungen des Bezirksstaatsanwalts von Brooklyn war Ranta für unschuldig erklärt worden; am Donnerstag hatten ihn sichtlich bewegte Angehörige - darunter seine schwangere Tochter, die zur Zeit seiner Inhaftierung selbst noch ein Baby war - in der Freiheit empfangen.

Für den 58-Jährigen war das alles ein wenig zu überwältigend: Nur einen Tag nach seiner Freilassung hat Ranta einen Herzinfarkt erlitten. Am Freitag wurde er in ein Krankenhaus in der New Yorker Innenstadt gebracht. "Sie haben die Arterie saubergemacht, so dass das Blut jetzt wieder regulär zirkuliert, aber er wird sich einem weiteren Eingriff unterziehen müssen", zitiert die New York Post Rantas Anwalt.

Der US-Amerikaner war 1991 zu 37 Jahren Haft verurteilt worden, weil er nach damaliger Überzeugung des Gerichts bei einem missglückten Raubüberfall einen jüdischen Rabbi getötet hatte. Der heute 58-Jährige hatte die Tat stets bestritten. Wie die New York Times berichtet, stützte sich Rantas Verurteilung maßgeblich auf die Zeugenaussage eines 13-jährigen Jungen, der von den Ermittlern dazu gedrängt worden war, Ranta zu belasten.

Nach Informationen der Zeitung kam der mutmaßliche wahre Mörder bereits 1990 wenige Monate nach dem Überfall ums Leben - bei einer Verfolgungsjagd der Polizei.