Die Bundesrepublik wird 60 - nicht für alle ist das ein Grund zu feiern: In Berlin demonstrierten in der Nacht zum Sonntag rund 2000 Linksradikale gegen den Staat.

Bis zu 2000 Linksradikale haben am Tag des Grundgesetzes in Berlin gegen den Staat protestiert. Unter den Demonstranten waren etwa 300 schwarz gekleidete Linksradikale. Die Stimmung war teilweise aggressiv, insgesamt blieb der Protestzug aber friedlich.

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Linksradikale demonstrieren in Berlin gegen den Staat (© Foto: ddp)

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Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent, um mögliche Krawalle wie am 1. Mai zu verhindern. Antikonfliktteams versuchten die Stimmung zu beruhigen. In Nebenstraßen standen Wasserwerfer bereit.

Die Demonstration richtete sich gegen den Staat und den 60. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik. Auf einem Transparent war zu lesen: "Staat, Nation, Kapital, Scheiße - für den Kommunismus."

Die Polizei zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Protestzuges. Es habe einzelne Festnahmen gegeben, sagte Polizeisprecher Thomas Goldack nach der Demonstration. Genaue Zahlen konnte er aber noch nicht nennen. "Die Polizei hat gezeigt, dass sie nicht bereit bereit ist, Verstöße gegen die Auflagen hinzunehmen", sagte Goldack.

Zu Beginn des Protestzuges gab es Rangeleien mit der Polizei, weil die Demonstrationsteilnehmer Auflagen nicht erfüllten. So sollten sie keine großen Transparente an den Seiten des Zuges mitführen. Auch Flaschen waren verboten sowie das Entzünden von Feuer. Auf einem Haus zeigte ein Gruppe ein Transparent und schoss Feuerwerkskörper in den Himmel. Die Polizei schritt dabei aber nicht ein.

Der Demonstrationszug zog vom Rosa-Luxemburg-Platz durch Mitte und Prenzlauer Berg zum Mauerpark. Polizisten kontrollierten die Demonstranten auf Flaschen und andere Wurfgeschosse. Für die Demo angemeldet waren 1100 Teilnehmer. Die Polizei wollte ähnlich viele Beamte im Einsatz haben.

Beim Bürgerfest am Brandenburger Tor feierten unterdessen Hunderttausende Berliner und Gäste 60 Jahre Bundesrepublik. Die Polizei sprach von einem ruhigen Familienfest ohne Zwischenfälle.

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(sueddeutsche.de/dpa/aho)